Alemannia drückt bei Studis aufs Tempo

Von: Hans-Peter Leisten
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Neues Trikot, ansonsten viel Bewährtes: Lutz van Hasselt (links) und Lars Kröger freuen sich aufs erste Heimspiel am Freitagabend gegen Gladbach II auf dem Tivoli. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Ihren Humor haben die Beiden nicht verloren. Warum auch. Die Vorbereitungen für die Heimpremiere der Alemannia am Freitag sind abgeschlossen – soweit man das im Improvisationstheater einer Insolvenzphase sagen kann. Außerdem haben Pressesprecher Lars Kröger und der Fan- und Ticketbeauftragte Lutz van Hasselt so ziemlich alles erlebt, was der eigene Fußballklub bieten kann.

Und so sagen sie mit einem Augenzwinkern: „Helene Fischer hat für Freitag abgesagt.“ In der Tat sind ihnen da die Worte, die der Präsident des Westdeutschen Fußballverbandes, Hermann Korfmacher, angesichts des Saisonstarts an die Fans richten wird, bestimmt lieber als überkandidelter Fußballhochglanz.

Alemannia musste nochmals abspecken, doch der Fan wird – soweit absehbar – davon gegen Gladbach II (Anpfiff 19.30 Uhr) so gut wie nichts spüren. Das liegt zum einen daran, dass das Insolvenzteam möglichst viel erhalten hat, zum anderen daran, dass tatsächlich Sponsoren auf den Verein zugegangen sind, um zu helfen.

Tickets: Die Preise sind die selben wie in der Vorsaison. An Dauerkarten waren bis bis Mittwochnachmittag 1825 verkauft. Anfang der Spielzeit 2016/17 waren dies 2400, am Ende 2800. Der Öcher ist also erst mal vorsichtig beim Kauf, doch Lutz van Hasselt hofft zumindest auf 2000 Saisontickets zum Anpfiff. 1600 Tagestickets waren bis Dienstag unter die Fans gebracht.

Auch die Anzahl der geöffneten Blöcke bleibt gleich, weil man sonst zu viele Zuschauer von ihren Stammplätzen hätte verpflanzen müssen. Einen Schnitt von 4800 Zuschauern hat Insolvenzverwalter Christoph Niering als Zielvorgabe formuliert.

Stadionheft: Das „Tivoli Echo“ wird es auch in der neuen Spielzeit – kostenfrei – geben. „Wir hatten alles auf dem Prüfstand“, berichtet Lars Kröger, ist aber froh, dass es die Heimspielinfos weiterhin gibt. Die Entscheidung ist erst vor wenigen Tagen gefallen. Auch nachdem Sponsoren nach der Möglichkeit des Schaltens von Anzeigen gefragt hatten. Der Umfang wurde aber von 40 auf 32 Seiten reduziert.

Anzeigetafel: Selbst deren Aufleuchten war in Frage gestellt. Auch hier ist der Dienstleister dem Klub entgegengekommen, so dass eine Ergebnisanzeige mit Holztafeln à la Grünwalder Stadion verhindert werden konnte. Auch hier haben bewährte Sponsoren Verträge zu Spots zur Präsentation von Toren, Spielerwechseln, gelben Karten und mehr bestätigt.

Merchandising: Natürlich müsse man sehr konservativ rechnen, betonen die beiden Hauptamtlichen der Geschäftsstelle. Sie stellen im übrigen mit zwei Kollegen, zwei Azubis und zwei Praktikanten derzeit das komplette Team, das nicht zur Insolvenzkanzlei gehört. Ein neues Heimtrikot gibt es dennoch. In Sozialmedien anfangs kritisiert, komme es beim „lebenden Fan“ direkt sehr gut an. Das Hemd in leichtem Retro-Stil kostet 50 Euro und bleibt damit um zehn Euro unter dem Vorjahrespreis. Darüber hinaus seien noch ausreichend zeitlose Artikel im Fan-Shop vorrätig.

Ordnungsdienst: Hier wurde ein Wechsel vollzogen von der Firma Klüh zu GSE Protect – wovon der Zuschauer am besten gar nichts mitbekommen soll. Geöffnet werden die Kassen jeweils 90 Minuten vor Spielbeginn.

Ermäßigungen: Wieder hat ein Sponsor mitgespielt. Der Gönner, der nicht genannt werden will, spendiert den ersten 250 Studierenden freien Eintritt zur Stehplatztribüne. Und das, soweit die Nachfrage gegeben ist, für alle Heimspiele.

Aseag: Ob es ein Kombi-Ticket Anfahrt/Eintritt gibt, ist noch offen. Derzeit laufen die Gespräche.

Fernsehen: Sport 1 überträgt tatsächlich jetzt regelmäßig montags um 18.30 Uhr ein Spiel aus den fünf Regionalligen. Wann und ob die Wahl auf Alemannia fällt, ist noch offen. Einen finanziellen Vorteil hätten die Schwarz-Gelben davon eh nicht.

Ehrenamt: Das „Team Tivoli“ aus Ehrenamtlern ist ordentlich aufgestockt worden. Die Freiwilligen kümmern sich um Bandenauf- und -abbau, helfen beim Ticketverkauf und im Fan-Shop.

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