Alemannia: Chaos bei der Heimpremiere

Von: Oliver Schmetz und Stephan Mohne
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Tivoli Zuschauer
Nicht alle Zuschauer saßen beim Anpfiff zum ersten Heimspiel pünktlich auf ihrem Platz. Da nur 70 von 120 Ordnern zum Dienst erschienen, bildeten sich lange Schlangen an den Tivoli-Eingängen. Foto: Martin Ratajczak

Aachen. Sportlich durchwachsen, organisatorisch teils chaotisch – auf diesen wenig zufriedenstellenden Nenner lässt sich die Heimpremiere der Aachener Alemannia am vergangenen Samstag bringen. Und während die Tivoli-Kicker nach dem 1:1 gegen die Zweite von Borussia Mönchengladbach vor allem mit dem späten Ausgleichstreffer haderten, hatten etliche ihrer Anhänger schon deutlich vor dem Anpfiff Grund zum Ärgern.

Denn an den Eingängen ins Stadion bildeten sich schnell lange Schlangen – weil viel zu wenige Pforten geöffnet waren. So war der zum Parkhaus hin gelegene Ein gang Südwest, wo auch Rollstuhlfahrer eingelassen werden, komplett geschlossen. Sämtliche Stehplatzbesucher – der Löwenanteil der 13 000 Besucher an diesem Nachmittag – mussten also durch den Eingang Südost an der Krefelder Straße geschleust werden, wo es sich entsprechend „knubbelte“.

Spielbeginn 15 Minuten später

Je mehr sich die Besuchermassen stauten, desto laxer handhabten die Ordner die Kontrollen, damit die Zuschauer überhaupt rechtzeitig ins Stadion gelangen konnten. Gleichwohl wurde das Spiel mit rund 15 Minuten Verspätung angepfiffen, zumal ein Verkehrsunfall auf der Krefelder Straße auch noch für lange Blechschlangen sorgte. Kurzum: Es herrschte ein ziemliches Chaos rund um den Tivoli, das sich für manche auch nach dem Spiel fortsetzte. So berichteten der AZ am Sonntag Betroffene, dass sie im Apag-Parkhaus am Tivoli nach dem Abpfiff eine Stunde Schlange standen, ohne dass sich viel getan habe – was offensichtlich daran lag, dass man das Parkhaus wegen der bevorstehenden Reit-EM nur über die Ausfahrt am Hit-Markt vorbei verlassen konnte.

Fällt ein Verkehrschaos wegen eines Unfalls noch in die Kategorie „Höhere Gewalt“, so war das Chaos in den Eingangsbereichen eher hausgemacht – wenn auch von der Alemannia natürlich nicht so gewollt. Nach Informationen der Aachener Zeitung waren am Spieltag von den 120 Ordnern, die bei der beauftragten Sicherheitsfirma angefordert waren, lediglich 70 zum Dienst erschienen.

„Chefordner“ aussortiert

Möglicher Hintergrund: Zuvor hatte die Alemannia demnach den „Chefordner“ aussortiert, was den Gedanken an eine Retourkutsche seiner Mitarbeiter nahelegt. Näheres über die konkreten Hintergründe der Probleme mit dem Ordnungsdienst war am Sonntag nicht zu erfahren. Alemannia-Geschäftsführer Timo Skrzypski war trotz mehrfacher Versuche nicht erreichbar.

Zu allem Überfluss gab es nach Spielende Augenzeugen zufolge auch noch eine Schlägerei im Stadionumlauf. Demnach gerieten sich hinter der Osttribüne etwa zehn bis 15 Alemannia-Fans untereinander in die Haare, wobei es brutal zugegangen sein soll. Ein Zeuge sprach davon, dass es mehrere Verletzte – darunter ein unbeteiligter Zuschauer – gegeben habe, ehe Ordner und auch Polizisten hinzugekommen seien. Bei der Polizei war dazu am Sonntag nichts zu erfahren. Der Vorfall sei nicht bekannt, hieß es auf der Leitstelle.

Fazit der Heimpremiere: Nicht nur die schwarz-gelben Spieler, auch die Verantwortlichen haben die Gelegenheit, beim nächsten Heimspiel besser zu punkten.

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