Alemannia bilanziert Schuldenstand von 577.000 Euro

Von: Hans-Peter Leisten
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Spricht von schwieriger, aber „beherrschbarer“ Lage: Schatzmeister Horst Reimig. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Die Botschaft ist so klar wie Horst Reimigs Formulierungen: „Die Situation ist schwierig, aber sie ist beherrschbar.“ Und der Aufsichtsrat und Schatzmeister von Alemannia sagt auch: „Der Laden läuft – die Frage ist nur, ob wir unter den gegenwärtigen Bedingungen in dieser Liga mit Blick nach oben wettbewerbsfähig bleiben können.“

Gegenwärtige Bedingungen heißt: klarer Sparkurs, Reduzierung von Leistungen, aber auch eine Umstrukturierung des Angebotes. Am Donnerstag ging er gemeinsam mit Alemannias Geschäftsführer Timo Skrzypski in die Offensive und legte die Zahlen von Alemannia GmbH und TSV auf den Tisch. Dies vor allem im Hinblick auf die Jahreshauptversammlung am kommenden Mittwoch um 19 Uhr im Eurogress.

„Echte Schulden haben wir derzeit 577.000 Euro, die aber nicht zum 31. Dezember fällig sind“, relativierte Reimig Zahlen, die die Runde machten. Damit reagierten die Wirtschaftsexperten auch auf Zahlen, die nach einem Besuch von Alemannia-Aufsichtsrat Dr. Christian Steinborn bei der Fan-IG die Runde machten und sich zwischen ein und zwei Millionen Euro bewegten. Dazu trug möglicherweise der Posten „nicht gedeckter Fehlbetrag in Höhe von 705.000 Euro“ bei.

Dabei handelt es sich um einen derzeit noch ungedeckten Ausgabenposten, dem keine eigenen Gelder, wohl aber durchaus mögliche Einnahmen über Sponsoring und andere Leistungen gegenüber stünden. Dies habe auch der Wirtschaftsprüfer ausdrücklich bestätigt. Doch geben die Zahlen im Detail weder Anlass zur Entwarnung, noch zum Zurücklehnen. Bei der Bilanz handelt es sich um einen „Rumpfabschluss“ zum 30. Juni und nicht zum 31. Dezember.

Konkret: Einem Gesamtumsatz von 4.457.000 Euro in der Saison 2014/15 stehen für 2015/16 exakt 4.705.000 Euro gegenüber. Für 2016/17 sind nur noch 3.661.000 Euro angesetzt, um die Schulden nicht weiter wachsen zu lassen. Denn die Ausgaben sprechen ebenfalls eine unmissverständliche Sprache: Knapp 4,9 Millionen Euro (2014/15) standen zuletzt knapp 5,6 Millionen (2015/16) gegenüber, die 2016/17 auf gut vier Millionen reduziert werden sollen.

Der Ansatz weist also ein Risiko von rund 360.000 Euro aus, das Skrzypski für „vertretbar“ hält, zumal der Etat konservativ aufgestellt sei – also ohne Zuschüsse bislang unbekannter Geldgeber, ohne Investorenmodell und ohne sportliches Wunder. Im schlechtesten Fall werden trotzdem aus den 350.000 Euro neue Schulden.

Angesichts der schwierigen Lage habe man sich zu Einsparungen auf verschiedenen Gebieten entschlossen. So ist der Etat für die Spieler um rund 600.000 Euro gekürzt, zwei Verwaltungsmitarbeiter werden nicht ersetzt, der Fuhrpark wird reduziert und auch das Aseag-Kombiticket wird es nicht mehr geben. Kalkuliert wird mit 6500 Zuschauern pro Spiel bei einem durchschnittlichen Kartenertrag von 6,50 Euro. Der freie Eintritt für Kinder gilt nur noch bis zum 7. statt bis zum 12. Lebensjahr.

Impulse erhoffen sich die Verantwortlichen von einigen Neuerungen. Zum Beispiel vom neuen Fan-Shop im Tivoli, der am 30. Juni parallel zum Dauerkartenvorverkauf gestartet wird. Einen weitere Fan-Shop wird es in den Aachen Arkaden an der Trierer Straße geben, der laut Skrzypski im Rahmen eines Sponsoringpaketes die Alemannia in der Bilanz nichts kostet.

In finanziell ruhigen Fahrwassern bewegt sich laut Reimig der TSV, also der Verein: „Aus einem Minus von 100.000 Euro vor vier Jahren ist ein Guthaben von 100.000 Euro geworden.“ Wie viele der aktuell 6300 Mitglieder den – vom Wirtschaftsprüfer testierten – Haushalt am Mittwoch absegnen, ist offen. In jedem Fall sieht Reimig die Hausaufgaben gemacht: „Wir sorgen für die vielfach eingeforderte Transparenz.“

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