Aachen - Alemannia-Anhänger haben ein gutes „Bauchgefühl“

Alemannia-Anhänger haben ein gutes „Bauchgefühl“

Von: Hans-Peter Leisten
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Setzen auf anhaltende Fan-Treue: die Spieler des Viertligisten beim intensiven Autogrammeschreiben. Foto: Andreas Steindl
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Setzen auf kontinuierliche Aufbauarbeit: Geschäftsführer Alexander Mronz und Tim Hammer im Gespräch mit Robert Moonen (von links). Foto: Andreas Steindl

Aachen. Sitzschalen aus dem alten Tivoli für fünf Euro das Stück – eine Prise Wehmut gratis obendrein. Grund genug für einen Alemannia-Fan, Kleingeld locker zu machen. Im Gegensatz zu den 15 Euro, die angeblich ein Porträt von Babacar Guèye kosten sollte, einem der wohl überbezahltesten Spieler in der Vereinsgeschichte. Zwei Randnotizen der Alemannia-Saisoneröffnung auf dem Vorplatz des Tivolis.

Sie sind diskret positioniert und sollen auch im übertragenen Sinn nicht den Blick auf die Zukunft verstellen, die von einer Gemengelage aus verhaltenem Optimismus, Realitätssinn und vielleicht fantypischen Träumen getragen wird. Tenor: Die Alemannia gehört in die obere Tabellenhälfte, soll attraktiveren Fußball spielen und vielleicht... – man weiß ja nie.

Der schwer zu kalkulierende, aber unübersehbar große Zuspruch zu dem Fest mit Hüpfburg an Pommes und Handball an Speiseeis ist jedenfalls ein positives Signal. Eines, das in die Stimmung von Geschäftsführer Alexander Mronz passt. Der hat nämlich gerade eine langfristige Unterstützung der Alemannia durch die Stawag unter Dach und Fach gebracht und sieht diese „mehrjährige“ Kooperation als weiteren Baustein, um das Haus Alemannia Aachen weiter zu konsolidieren.

„Uns kommt es darauf an, von der Unsicherheit der vergangenen Jahre wieder zu einer Zukunft zu kommen, in der der Sport an erster Stelle steht. Neben dem Hauptsponsor DocMorris gehört die Stawag mit ihrer Zusage jetzt zu den Faktoren, die die nötige Ruhe in den Verein bringen. Ob jetzt weitere große Unterstützer kommen, wird man sehen“, sagt Mronz. Man müsse einen Schritt nach dem anderen machen. Der jüngste sei jedenfalls enorm wichtig fürs Image.

Dazu gehören augenscheinlich auch Gespräche in Sachen Fanproblematik. Nach der barschen Kritik seitens der Piraten-Ratsfraktion betont Mronz aber, dass es sich bei den Gewaltbereiten um Einzelpersonen handele. Auch die Polizei und die Szenekundigen hätten bestätigt, dass es keine größere radikale Gruppe unter den Anhängern gebe: „Einzeltäter – und da sind wir uns mit der Polizei absolut einig – müssen wir herauspicken und entsprechend bestrafen.“

Dass das Team wieder in den Mittelpunkt gehört, betont der Geschäftsführer dann später auch auf der Bühne im Talk mit Stadionsprecher Robert Moonen und Aufsichtsrat Tim Hammer. Der seinerseits Mronz‘ Aufgabe mit der einfachen und doch anspruchsvollen Losung beschreibt: „Aus wenig viel machen.“ Und eine zweite Herausforderung formuliert: „Sanieren und investieren.“ Hammer selbst freue sich jedenfalls, dass große Teile des Teams zusammengeblieben und Verstärkungen hinzugekommen seien: „Man hat uns gefragt: Warum holt Ihr nicht mal einen Knaller? Ich antworte: Wir sind in der 4. Liga – und für die 4. Liga haben wir Knaller geholt.“

Wer geblieben und gekommen ist, sehen die Besucher an den langen Tischen, an denen die Spieler um Kapitän Aimen Demai erstaunlich viele Autogramme schreiben. Sie sind Hammers Hoffnungsträger, denn er weiß aus früheren Zeiten, „wie fußballverrückt Aachen ist. Wenn hier gut gespielt wird, kann es auch schnell wieder aufwärts gehen.“ Die Hoffnung steht noch vor Wissen. Ein Gefühl teilt das Präsidiums- und Aufsichtsratsmitglied aber mit fast allen Besuchern der Saisoneröffnung: „Ich kann es nicht begründen – aber ich habe ein gutes Bauchgefühl.“

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