Aachen - AKV-Generalprobe: Nur Lennet Kann hütet das Krankenbett

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AKV-Generalprobe: Nur Lennet Kann hütet das Krankenbett

Von: Robert Esser und Albrecht Peltzer
Letzte Aktualisierung:
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Prima Laune: (v.l.) Tagesschau-Sprecher Jens Riewa, AKV-Präsident Werner Pfeil und David Lulley moderieren. Foto: Michael Jaspers/Andreas Steindl
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Anheizer: Sängerin Sarah Schiffer und das AKV-Ballett werden die 1300 Gäste im Saal heute Abend auf die Sitzung einstimmen.

Aachen. Hoffentlich verwechselt Markus Söder nichts. Wenn der bayrische Finanzminister und AKV-Ordensritter „Wider den tierischen Ernst“ am Samstagabend neben Vicky Leandros auf der Bühne steht, ist das zwar das gleiche Bild wie 2016 – allerdings nicht in Aachen, sondern weit weg in Nürnberg. Kein Witz. Dort ist Leandros 2017 Stargast bei Söders „Star Night – Ball der Union“. Zeitgleich zur AKV-Festsitzung.

Deshalb flimmert Söders Laudatio für den diesjährigen Ordensritter Gregor Gysi im Eurogress quasi aus der Retorte über die Leinwände. Was nicht nur der Aachener Karnevalsverein verschmerzen kann. Zumal man mit Literatur-Professorin Gertrud Höhler, Ordensritterin des Jahres 1988, noch eine lustige leibhaftige zweite Laudatorin im Saal hat. Ein Novum.

Obwohl: Zur Generalprobe war am Freitag natürlich (fast) gar kein Prominenter da. Kein Ingo Appelt, keine Wencke Myhre, kein Christian Lindner, Elmar Brok – und auch kein Abdelkarim oder Bernd Stelter. „Er hat ein knallrotes Gummiboot“ spielt die Kapelle. Aber die Profis kommen später.

Bloß die Aachener Programmpunkte und die imposante Technik-Crew üben emsig, wie man 360 Scheinwerfer und zehn Kameras an insgesamt 40 Kilometern Kabel und Ausrüstung aus 26 Technik-Lkw im rund vierstündigen Live-Programm sekundengenau schaltet. Und wann wer wo im Rampenlicht zu stehen hat. Damit am Samstag alles glatt läuft und am Montagabend in der ARD, 20.15 Uhr, besonders viele einschalten.

Vergangenes Jahr waren es vier Millionen Zuschauer, plus 1300 im Eurogress. Die sehen dieses Jahr erstmals neben AKV-Präsident Werner Pfeil und Tagesschausprecher Jens Riewa den frisch gebackenen Elferrat David Lulley im Moderatoren-Trio. Lulley ist eigentlich Baustellenkoordinator in der Stadt Aachen, hat also Humor. Und Bühnenerfahrung – auch als TV-Moderator – hat der sympathische 40-Jährige auch.

Er bekennt trotzdem: „Die Aufregung ist schon groß, die Gesamtproduktion riesig. Da kann man nicht einfach auf die Bühne gehen und irgendetwas erzählen, da muss man sich ziemlich genau ans Drehbuch halten – das macht die Sache nicht einfacher, aber ungeheuer spannend“, sagt Lulley. Seine Feuertaufe hat er als Moderator der Prinzenproklamation längst mit Bravour bestanden.

Gute Laune haben am Freitagabend vor der wichtigsten Veranstaltung im AKV-Kalender eigentlich alle. Prinz Thomas III., Luc I., Hofstaat, Prinzengarde, Hastenrath‘s Will. Nur nicht AKV-Ehrenpräsident Dirk von Pezold (72). Der Grandseigneur der Öcher Jeckenriege verkörpert seit über 30 Jahren den Lennet Kann. Auch im Fernsehen, bundesweit. An diesem Wochenende fehlt der wunderbare Künstler bei Probe und Galasitzung erstmals.

Er ist noch bis mindestens Mittwoch ans Krankenbett gebunden. Was wirklich schade ist. Also noch eine Neuerung, eine Ordensverleihung ohne „va Oche dr schönnste Mann“? „Nein“, sagt AKV-Präsident Pfeil, „Kurt Christ und Sabine Verheyen springen ein und singen den Lennet Kann. Aber unsere besten Genesungswünsche gelten Dirk!“

Bis in den späten Abend wird geprobt. Dann stößt Gysi zum ersten mal zum Ensemble und schnuppert am Narrenkäfig, in dem er am Samstag seinen großen Auftritt hat.

Vollgas. Am Samstagabend stehen alle unter Strom. Vom Kellner über den AKV-Elferrat bis zum Ordensritter. Das macht man nicht mit links. Im übertragenen Sinn. Übrigens benötigt die WDR-Crew für die TV-Übertragung ein riesiges zusätzliches Stromaggregat, um die Leistung für den Produktionsapparat bereitzuhalten.

Der Koloss steht hinterm Eurogress. Genauso wie der Ü-Wagen inklusive Regie. Und irgendwo zwischen hundert digitalen Ton- und Bild-Dateien liegt da Söder – als Filmeinspieler auf der Computerfestplatte. Sauber beschriftet. Damit nichts verwechselt wird.

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