Aachen - Aktionstag gegen den rechten Terror

Aktionstag gegen den rechten Terror

Von: Antje Uhlenbrock
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Aachen. Rechtsradikale Übergriffe auf RWTH-Studenten gab es bisher nicht. „Aber es ist falsch zu warten, bis etwas passiert“, sagt Dr. Heide Naderer, Dezernentin für Internationale Beziehungen der RWTH Aachen.

Mit einer Aktion zum bundesweiten Tag „Wir für Demokratie – Tag und Nacht für Toleranz“ möchte sie die Zivilcourage der Uni-Angehörigen weiter stärken. Ausgerichtet wird die Veranstaltung zusammen mit dem Lokalen Aktionsplan gegen Rechtsextremismus. Das Datum: der 16. April, von 18 bis 21.30 Uhr. Der Ort: der Ford-Saal im Super C am Templergraben. Das Thema: der NSU-Terror.

„Als wir die Auswahl getroffen haben, konnten wir noch nicht absehen, dass am Tag darauf der Prozessauftakt in München ist. Ausschlaggebend war eigentlich, dass die Aachener Region über Jahre ein Hotspot der Neonazis in NRW waren“, erklärt Dominik Clemens, Koordinator des Lokalen Aktionsplans. „Dass sich Angehörige der verbotenen Kameradschaft Aachener Land nun in einer neuen Gruppe ‚Die Rechte‘ zusammengeschlossen haben, zeigt, dass die Auseinandersetzung mit dem Thema eine Daueraufgabe ist.“

Den Auftakt zum Aktionstag in Aachen macht Maik Baumgärtner. Der Journalist liest aus dem und diskutiert über das mit Marcus Böttcher verfasste Sachbuch „Das Zwickauer Terror-Trio“. Die Autoren haben die Ereignisse rund um das Auffliegen der Terrorzelle chronologisiert. Ihr Fokus liegt auf den rechten Netzwerken im Umfeld der NSU. Sie sprachen mit Ermittlern, Politikern, Rechtsextremismus-Experten, Angehörigen der Opfer sowie Aussteigern aus der rechten Szene.

Weiter geht es dann mit dem Kölner „nö-theater“. 2012 gewann die Gruppe den Kölner Theater- und Kurt-Hackenberg-Preis. Ihr Stück heißt „V wie Verfassungsschutz“. Darin begeben sich drei Schauspieler auf die tödlichen Spuren der NSU durch die Republik. Aus den Eindrücken entwickeln sie ein Theaterstück. Das nö-Theater stellt sich unter anderem die Frage, wie das Neonazitrio 13 Jahre lang ungehindert vor den Augen des Verfassungsschutzes morden konnte. Es setzt dem Verfassungsschutz ein Denkmal – nach dem Motto: „Wir kamen, sahen weg und versagten“. Dominik Clemens erklärt: „Der Abend wird sicherlich auch zu Diskussionen führen.“

Der Eintritt ins Super C ist kostenfrei. Es gibt Getränke und einen Imbiss.

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