Aktion Ökoprofit: Profitstreben und Umwelt im Einklang

Von: aht
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Aachen. Die Wirtschaft ist Hauptverursacher der Kohlendioxid-Emissionen. Wenn der Klimawandel nicht weiter voranschreiten soll, müssen die Unternehmen umdenken.

Die Umstellung auf ökologisches Wirtschaften erfordert jedoch hohe Investitionen und finanzielle Einbußen. Das hören Unternehmen nicht gern. Nur leider führt die Schonung von Ressourcen nicht zu höheren Profiten - oder vielleicht doch? Eben dies beweisen Ökoprofit-Betriebe in der Region Aachen seit inzwischen zehn Jahren.

Anlässlich des Jubiläums werfen die Mitarbeiter der Aktion einen Blick auf die bisherigen Erfolge: Der Wasserverbrauch der Ökoprofit-Unternehmen konnte um 210.000 Kubikmeter pro Jahr reduziert werden. „Das sind über eine Million gefüllte Badewannen”, sagt Städteregionsrat Helmut Etschenberg. Die Restmüllmengen wurden um 6000 Tonnen pro Jahr verringert, was beinahe dem jährlichen Hausmüllaufkommen der Stadt Würselen entspricht. Mit dem eingesparten Strom von über 31 Millionen Kilowattstunden könnten eine Million Glühbirnen 500 Stunden leuchten, sagt Etschenberg. Auch die Reduzierung von klimaschädlichen CO2-Emissionen sei enorm. Die Einsparungen spiegeln sich in der Bilanz der Unternehmen wider: 2,9 Millionen Euro sparen die beteiligten Betriebe pro Jahr.

Seit 2001 hat Ökoprofit sechs Projekte in der Region Aachen erfolgreich abgeschlossen, im Moment läuft das siebte. 66 Unternehmen haben bislang an der Aktion teilgenommen. „Das Prinzip von Ökoprofit ist einfach”, erklärt Aachens Umweltdezernentin Gisela Nacken. In Workshops werden die Betriebe beraten, wie sie Ressourcen wie Energie, Wasser und Abfall effizient einsetzen oder einsparen können. Dazu sind keineswegs immer hohe Investitionen notwendig. Kleine Veränderungen wie der Verzicht auf das Ausdrucken von Emails können bereits dazu beitragen, Energie einzusparen. Umweltteams besuchen die Unternehmen auch vor Ort und begleiten sie während der Umsetzung der Maßnahmen. Schließlich werden die Unternehmen von einer Prüfungskommission als Ökoprofit-Betrieb ausgezeichnet. „Das ist eine Auszeichnung, mit der die Betriebe durchaus für sich werben können”, sagt Nacken. „Besonders erfreulich ist es, dass die Unternehmen auch längere Amortisierungszyklen in Kauf nehmen und sogar Maßnahmen durchführen, die rein wirtschaftlich keinen Sinn machen.”

In der aktuellen siebten Ökoprofit-Runde ist die Städteregion Aachen federführend bei dem Projekt, das durch das Land Nordrhein-Westfalen finanziell gefördert wird. „Angesichts der positiven Zwischenbilanz stehen die Chancen gut, dass die Förderung fortgesetzt wird”, sagt Matthias Peck vom NRW-Umweltministerium.
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