Akkordeon-Orchester: James Bond löst die Schuhplattler ab

Von: Günther Sander
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Intensive Proben für das große Konzert zum 40-jährigen Bestehen: das Aachener Akkordeon-Orchester um seinen Dirigenten Holger Klose. Im Mittelpunkt des Konzerts stehen Filmmelodien. Foto: Ralf Roeger

Aachen. „James Bond 007“ – die Filme kennt man ebenso wie die dazugehörige Musik. Bekannte Filmmelodien wie eben die Bond-Titel haben es dem Aachener Akkordeon-Orchester nach dem Motto „The Sound of Hollywood III“ angetan.

Ein bunter Strauß davon erklang bei einem Probenwochenende im Pfarrheim von St. Katharina in Forst.

Ein großes Ensemble hatte sich eingefunden, denn es soll zum Geburtstag etwas Besonderes geben, es darf „etwas mehr sein“. Dirigent Holger Klose ist seit 2008 am Taktstock. Er weiß, dass das vielseitige Repertoire dem Klangkörper einiges abverlangt. Gerade Filmmusik hat es in sich. Bis zum 14. Oktober, dem großen Konzertabend in der Aula des Einhard-Gymnasiums, ist es zwar noch eine Weile hin, aber der „musikalische Jubilar“ möchte wie in den Jahren zuvor schon mit einer anspruchsvollen Darbietung glänzen.

Vorsitzender Jürgen Sachs, seit vielen Jahren im Ensemble aktiv dabei, sagte gegenüber unserer Zeitung, man habe sich in diesem Jahr bewusst für große Filmmelodien entschieden. „Was wir nicht wollen, ist typische Akkordeonmusik.“ Er selbst habe als Kind bei seiner Oma auf dem Dachboden ein Akkordeon entdeckt und sei so zum Spiel dieses Instrumentes gekommen.

Das Aachener Akkordeon-Orchester sei ein „kleines Ensemble“, der „harte Kern“ werde aus etwa 13 Spielerinnen und Spielern gebildet. „Nachwuchs können wir immer gebrauchen“, lässt Sachs wissen. Hauptsächlich lebe man von der RWTH. „Bei uns machen gerne Studenten mit, um ihre Musikkenntnisse aufzufrischen und am Ball zu bleiben.“ Das Orchester bilde aber nicht aus.

Akkordeon stand früher für Volksmusik, Bayern, Schuhplattler. Das Instrument wurde abwertend als „Quetschkommode“, „Hand-Örgeli“ oder „Schifferklavier“ betitelt. Das ist Schnee von gestern, erzählt Jürgen Sachs. Heute seien ganz andere Stücke gefragt und beliebt. Als da wären die „Münchener Rhapsodie“, „Chaconne“, „Romanze“, damit ist auf Landestreffen in NRW gut zu punkten. Da avancierte man gar vom Außenseiter zum Spitzenreiter. „Wir bieten durchaus unterhaltsame Musik auf höchstem Niveau“, bestätigt Sachs und kommt auf die Anfänge vor 40 Jahren zu sprechen.

Der Ursprung des Orchesters liegt im Jahre 1977, als Dieter Leesmeister eine Gruppe von vier bis fünf jungen Akkordeon-Spielerinnen und -spielern um sich scharte, die rasch zu einem einheitlichen Klangkörper zusammenwuchs. „Ein Höhepunkt war das Konzert zum zehnjährigen Bestehen 1987“, erinnert sich Jürgen Sachs gut. Leider sei Dieter Leesmeister 1991 verstorben, Nachfolger wurde Franz Merken.

In diesem Jahr ist nun der 40. Geburtstag. „Eine schöne Sache, wir alle freuen uns auf das Jubiläumskonzert“, so Jürgen Sachs. Dann werden etwa 40 Spielerinnen und Spieler auf der Bühne versammelt sein, das Orchester verstärkt sich mit Ehemaligen, die von weit her anreisen.

Die Proben jedenfalls laufen auf Hochtouren, verheißen Vielversprechendes. Es wird noch zweimal an Wochenenden ein Treffen geben, um den „letzten Schliff“ zu erlangen, „filmreif“ eine erlesene Auswahl an Filmmusik zu Gehör zu bringen.

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