Aachen - Aixtreme-Racing-Team stellt neuen Rennwagen vor

Aixtreme-Racing-Team stellt neuen Rennwagen vor

Von: Katharina Menne
Letzte Aktualisierung:
10499066.jpg
Schon jetzt erfolgreich unterwegs: Das Racing Team der Fachhochschule Aachen steht mit seinem brandneuen Boliden, dem FS-615, in den Startlöchern für den „Formula Student“-Wettbewerb auf dem Hockenheimring. Foto: Andreas Herrmann

Aachen. Umringt von begeisterten Zuschauern steht er vorne auf der Bühne: der neue Rennwagen FS-615 des Aixtreme-Racing-Teams der Fachhochschule Aachen. Ein Jahr lang hat das etwa 30-köpfige Team den Wagen konstruiert, gebaut und gestaltet.

Vom 28. Juli bis zum 3. August werden die Macher sich beim weltweit renommiertesten Konstruktionswettbewerb für Studenten, der „Formula Student Germany“ am Hockenheimring, mit 115 Teams aus mehr als 34 Ländern messen. Bei einem Rollout im Hauptgebäude der Fachhochschule stellten sie den Boliden der Öffentlichkeit vor.

„Unser Ziel ist es zu gewinnen und zu zeigen, was wir drauf haben“, sagt Jeff Brasseur. Der 26-Jährige ist einer der Fahrer und Mitglied des Teams Elektrik. „Ich habe vollstes Vertrauen in mein Team und in den Wagen – muss ich ja haben“, fügt er hinzu und grinst. Um ein Gefühl für den FS-615 zu bekommen und ihn optimal steuern zu können, sind die Fahrer in den letzten drei Monaten insgesamt über 500 Kilometer auf der Teststrecke gefahren. „Spätestens wenn ich losfahre, bin ich voll konzentriert und kann alles ausblenden. Der Wagen und ich werden zu einer Einheit.“

Die FH Aachen schickt nicht zum ersten Mal einen Wagen ins Rennen des „Formula Student“-Wettbewerbs. Seit 2007 nehmen die Studenten Jahr für Jahr in wechselnder Besetzung die Herausforderung an, neben dem Studium ein Rennauto zu bauen. Und das Ergebnis wird stetig besser. Neben dem diesjährigen Ziel, die Zeit für umfassende Tests im Vergleich zum Vorjahr zu erhöhen, wurden auch viele Komponenten weiterentwickelt, die die Gesamtperformance steigern sollen. Die entscheidendsten Neuerungen gegenüber dem Vorjahreswagen sind die verbesserte Elektronik und ein Aerodynamik-Komplettpaket.

100 Sensoren messen Drehzahl, Wassertemperatur, Öldruck und vieles mehr. Heckflügel, Frontflügel und Unterboden sorgen für einen erhöhten Anpressdruck an den Boden und verbessern damit die Stabilität in der Kurve. Die neuen elektronischen Kontrolleinheiten ermöglichen eine automatische Schaltung, ein verbessertes Energiemanagement und eine deutliche Leistungssteigerung bei geringerem Spritverbrauch. Denn der Wagen muss nicht nur schnell und wendig sein, auch die Brennstoffeffizienz ist eine der Wettbewerbsdisziplinen.

Gewinnen kann den Wettbewerb nur, wer sowohl in den dynamischen Disziplinen, wie Konstruktion und Rennperformance des Wagens, als auch in den statischen Disziplinen, wie beispielsweise Präsentation und Planung, überzeugen kann. Entsprechend ist das Aixtreme-Racing-Team interdisziplinär aufgestellt. Die meisten sind Studenten der Fachrichtungen Fahrzeug- und Antriebstechnik, Luft- und Raumfahrttechnik sowie Maschinenbau, doch wenn es um die Finanzplanung, den Businessplan oder die Öffentlichkeitsarbeit geht, werden auch Studenten anderer Studiengänge einbezogen.

Jeder im Team sucht seine ganz eigene Herausforderung. „Man kann hier extrem viel lernen und sich in Bereichen weiterentwickeln, die das Studium weit übersteigen“, sagt Jens Achenbach (23). Er ist bereits das dritte Mal dabei und in diesem Jahr Baugruppenleiter für den Bereich Motor. Gesamt-Projektleiter Maximilian Philippi (24) setzt sogar noch einen drauf: „Ich möchte alles sehen: von der Fahrzeugplanung über die Entwicklung hin zur Umsetzung. Und als Projektleiter ist man dann noch zusätzlich für die gesamte Organisation und Planung zuständig und sieht den Prozess in seiner gesamten Komplexität.“ Sie alle treibt an, dass es immer wichtiger wird, sich breit aufzustellen, um in der Berufswelt schnell Fuß zu fassen.

„Ingenieure zeigen, dass sie etwas können, indem sie etwas bauen“, stellt Professor Frank Janser von der FH Aachen klar, der das Aixtreme-Racing-Team seit der Gründung betreut. „Es geht darum, dass die Studenten mit Enthusiasmus und Motivation solche Projekte anfassen, sich aber auch von Rückschlägen nicht unterkriegen lassen. Sie bekommen jede Hilfe, die sie brauchen – aber nur, wenn sie fragen.“ Er ist sich sicher, dass junge Leute, die an solchen Projekten mitwirken, hochinteressant für Unternehmen sind. Sie sammeln während des Wettbewerbs praktische Erfahrungen und zeigen, dass sie Ausdauer und Talent haben.

Motivation, Ausdauer und Talent hat das Aixtreme-Racing-Team in den vergangenen zwölf Monaten definitiv bewiesen. Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Und so sind sich alle sicher: Eine solche Spitzenleistung gehört aufs Siegertreppchen.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert