Aachen - Aids-Hilfe: Arbeit fällt in neuer Atmosphäre leichter

Aids-Hilfe: Arbeit fällt in neuer Atmosphäre leichter

Von: Hans-Peter Leisten
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Uberzeugten sich vom Gelingen der Arbeiten: Tim Hammer und Frank Seifarth mit Walter Brüsseler und den Sozialarbeitern Karl-Georg Rinkleff und Elke Schulte von der Aids-Hilfe (von rechts).

Aachen. Seit gut 22 Jahren hat die Aachener Aids-Hilfe ihre Heimat an der Zollernstraße/Ecke Normaluhr. Seit 22 Jahren kümmert man sich dort mit Hingabe um Menschen, die mit dem HIV-Virus infiziert sind oder bei denen die immer noch tödliche Immunschwächekrankheit ausgebrochen ist.

Niemand käme auf die Idee, diese Arbeit als leicht zu bezeichnen. Es geht um schwer kranke Menschen, die - wenn sie sich nicht einer enorm aufwändigen und belastenden Therapie unterziehen - todgeweiht sind.

„Die Rate der Neuinfektionen ist alarmierend hoch”, bestätigt Walter Brüsseler, der Geschäftsführer der Aachener Aids-Hilfe. „Es besteht nur eine Scheinsicherheit. Jede Therapie hat gravierende Nebenwirkungen, das ganze Leben wird umgekrempelt.” Die Krankheit hat realistisch betrachtet nichts von ihrem Schrecken verloren.

Entsprechend wichtig ist, dass die Beratungs-, Therapie- und Präventionsangebot in eine angemessene Atmosphäre eingebettet sind, denn es gilt auch, bei den Betroffenen den Lebensmut zu stärken. Zumindest um diesen Aspekt braucht man sich bei der Aids-Hilfe keine Gedanken mehr zu machen, denn die knapp 140 Quadratmeter sind einer Grundsanierung unterzogen worden.

„Schade, dass Sie die Räume nicht vorher gesehen haben...”, sagt Walter Brüsseler. Adressat dieser Worte sind Tim Hammer und Frank Seifarth vom „martello immobilien management”. Das zur Hammer-Gruppe gehörende Unternehmen gehört nämlich zu den Sponsoren, bei denen sich Brüsseler keine Absage einhandelte.

Materialien für 6500 Euro stellte man zur Verfügung und übernahm die Montage- und Verlegekosten in gleicher Höhe. „Wir suchen uns jedes Jahr eine Institution, die wir unterstützen. Und wir sind sicher, dass sich das Engagement bei der Aids-Hilfe lohnt”, bestätigt Tim Hammer. Das Geld stammt aus Spenden, die für die Nutzung der „Martello Lounge” am Markt für Veranstaltungen gestiftet wurden.

Die helle und freundliche Atmosphäre in den Büro-, Beratungs- und Gruppenräumen erleichtert die Arbeit offensichtlich. Nicht zuletzt gilt es bei der Aids-Hilfe, positive Sichtweisen auch bei negativen Biographien zu vermitteln. „Früher lag unser Arbeitsschwerpunkt bei der Sterbebegleitung. Heute gilt es zu vermitteln, wie man mit Aids leben kann”, erklärt Sozial-Pädagoge Brüsseler. Zurzeit befinden sich 430 Menschen aus dem Raum Aachen wegen ihrer Erkrankung in Therapie - und Aachen ist nach Aussage der Experten kein Ballungszentrum.

Der Kampf ums Geld wird wohl künftig weiter den Arbeitsalltag der Aids-Hilfe mitprägen, obwohl die Energien komplett für andere Aufgaben benötigt würden. Irgendwann schlagen die Folgen der Finanzkrise bis in die sozialen Einrichtungen durch. Die Deutsche Aids-Stiftung beispielsweise kann infolge der Finanzkrise keine Gelder mehr zur Unterstützung persönlicher Härtefälle zur Verfügung stellen - auch diese Quelle ist für die Aachener Einrichtung versiegt. Aus der Bahn werfen kann dies Brüsseler und sein Team nicht: „Wir leben schon immer mit Engpässen und werden auch weiter damit fertig.” In der neuen Arbeitsatmosphäre umso eher.
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