„Ahoi2You“: Willkommensgruß an Bord eines ganz besonderen Hausbootes

Von: Katrin Fuhrmann
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Kunstaktion mit Flüchtlingen: Vera Sous (vorne rechts) hat die jungen Menschen zu einer besonderen Willkommensaktioneingeladen. Foto: Heike Lachmann

Aachen. Es ist ein besonderer Willkommensgruß, den die Künstlerin Vera Sous Menschen entbietet. Menschen, die unter Bürgerkrieg, politischer oder religiöser Verfolgung und Armut leiden und sich um Obdach, Schutz und eine Zukunft sorgen.

Mit dem Kunstprojekt „Ahoi2You“ will Vera Sous in diesem Sommer mit jugendlichen Flüchtlingen eine ganz besondere Schiffskonstruktion entstehen lassen. Damit will sie den Flüchtlingen vermitteln, dass sie in Aachen willkommen sind und ihnen die Möglichkeit geben, ihre Fluchterlebnisse zu verarbeiten. Gleichzeitig will sie die Aachener Bevölkerung für das Thema Integration sensibilisieren.

Aus Abfall- und Fundobjekten, Sperrmüllmaterialien und Holzresten soll ein Boot mit Haus oder kleinerer Kajüte gebaut werden. In dem Innenraum des Bootes soll genügend Platz für symbolhafte Objekte und Erinnerungsstücke der Flüchtlinge sein. Diese können Wünsche, aber auch Ängste und Sorgen ausdrücken. Der Kreativität der Schüler werden bei der Entstehung und Verwirklichung dieses ganz besonderen Schiffes keine Grenzen gesetzt.

„Die jugendlichen Flüchtlinge können mit der Kunst ihre Erfahrungen verarbeiten, ihre Fluchtgeschichte und eventuellen Verlust reflektieren und sich mit anderen Schülern, die vielleicht das gleiche Schicksal haben, austauschen“, sagt Vera Sous, die das Projekt initiiert hat. „Die Schulferien sind für die Realisation besonders geeignet, weil genügend Zeit zur Arbeit am Projekt bleibt. Zudem füllt man so die Lücken, die durch das Aussetzen des Schulbetriebs entstehen. So haben die Schüler die Möglichkeit, ihre Ferien kreativ und in der Gemeinschaft zu verbringen“, sagt Sous.

Indem man die Aachener Bevölkerung an den Erinnerungen der jugendlichen Flüchtlinge teilhaben lasse, gelinge es möglicherweise sogar, ihr Leben in Aachen mit ihrer Vergangenheit zu verbinden und zu einem Teil ihrer Geschichte werden zu lassen. Dass sich die Flüchtlinge hier heimisch und willkommen fühlen, sei ein wichtiger Aspekt des Projekts. Am Ende der Projektphase wird es auch eine Vernissage und ein Abschlussfest geben, bei der unter anderem das Schiff getauft wird und bei der die Flüchtlinge die Möglichkeit haben, ihre Geschichten authentisch und packend zu erzählen.

Bürgerstiftung Lebensraum

Die Bürgerstiftung Lebensraum unterstützt das Projekt organisatorisch. „Es ist ein wunderbarer, neuer Ansatz, den Flüchtlingen in Aachen unser Willkommen zu zeigen. Wir verdeutlichen ihnen so, dass wir Interesse an ihren Erfahrungen und ihrem Können haben. Wir wollen, dass sie in ihrer neuen Heimatwohl fühlen“, sagt Hans-Joachim Geupel, Vorsitzender des Vorstandes der Bürgerstiftung Lebensraum Aachen.

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