Affentheater vor imposanter Waldkulisse

Von: Christoph Classen
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Die richtige Adresse für Klettermaxe, Himmelsstürmer und Naturfreunde: Am Unteren Backertsweg wurde am Sonntag der erste Aachener Kletterwald eröffnet. Manch einer machte sich gar zum Affen. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Timo Lange und Martin Classen haben kein Problem damit, sich komplett zum Affen zu machen. Nicht einfach so, sondern aus gegebenem Anlass. Am Unteren Backertsweg wird in wenigen Minuten Aachens erster Kletterwald eröffnet.

Und weil es immer gut ist, bei so einem Termin möglichst viel Aufsehen zu erregen, haben sich Lange und Classen in zottelige Fellkostüme geschmissen und schwingen sich zur Freude der Beobachter in einem Affenzahn von Baum zu Baum. „Uh, Uh, Uh” und „Ah, Ah, Ah”, schreien die beiden Klettermaxe, denen das Affentheater wie auf den Leib geschrieben zu sein scheint.

Classen gibt den Gorilla, während Lange an einen Schimpansen erinnert. „Ich bin aber ein afrikanischer Brüllaffe!”, stellt er klar. In Anbetracht der Geräuschkulisse liegt das auch ziemlich nahe.

Susanne Hilgers, die vor der Sicherheitsgurt-Ausleihe steht, um den Kletterwald zu eröffnen, kann gar nicht richtig fassen, dass sie dort steht, um den Kletterwald zu eröffnen. „Herzlich willkommen im Kletterwald Aachen!”, sagt sie und: „Das ich das sagen kann, hätte ich vor zwei Jahren nicht gedacht.”

Dass sie mit ihren Plänen hoch hinaus wollen, war Susanne und Stephan Hilgers, die neben dem Kletterwald auch eine Kletterhalle betreiben, von Beginn an klar. Dass sie dabei schnell wieder auf dem Boden der Realität landeten, kam dann doch überraschend.

Eigentlich wollten sie woanders bauen. Aber im Waldstadion wuchs der Widerstand. Am Unteren Backertsweg, in direkter Nähe zum Zentrum für Kinder-, Jugend- und Familienhilfe Maria im Tann, waren die Hilgers mit ihrem Projekt dagegen höchtswillkommen. „Wir haben das Waldstück ins Gespräch gebracht. Ich finde es klasse, dass hier jetzt mehr los ist, weil unsere Kinder gehören mittenrein”, sagt Einrichtungsleiter Stefan Küpper.

Die offizielle Eröffnung übernimmt dann der Hilgers-Nachwuchs. Eine große rote Schleife ist zu öffnen und natürlich hängt die hoch oben zwischen den Baumwipfeln. Und weil die beiden Kinder auf schwebenden Holzstücken balancieren, während sie am Band ziehen, dauert das Ganze etwas länger.

Als es geschafft ist, drängt sich auch schon eine Schlange vor der Gurtausleihe. Alle wollen hoch hinaus, aber jeder muss vorher den Einweisungsparcours absolvieren, bei dem die Sicherheitsvorkehrungen erklärt werden.

Insgesamt stehen 61 Stationen in sieben Parcours bereit. Es gibt verschiedene Schwierigkeitsgrade und der höchste führt hinauf auf bis zu 16 Meter. „Das ist unserer Risikoparcours, inklusive Tarzansprung. Da sollte man wissen was man tut. Nur für Mutige”, sagt Stephan Hilgers.

Apropos mutig: 200.000 Euro haben die Betreiber in den Kletterwald investiert, dazu ungezählte Arbeitsstunden. Drei Vollzeit- und zehn Teilzeitkräfte wurden eingestellt. Lange und Classen sind zwei davon, neben dem Studium arbeiten sie als Klettertrainer. Normalerweise ohne Fellkostüme, was auch gut so ist, denn mittlerweile hängen sie geschafft in den Seilen. Classen: „Das ist ziemlich heiß, ich bin froh wenn ich aus dem Kostüm raus bin.”
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