Ätzende Chemikalie auf Grillplätzen: Zwei Kinder verletzt

Von: Stephan Mohne
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Üble Tat: Auf den Grillplätzen an Adamshäuschen und am Karlshöher Hochweg hat jemand eine ätzende Chemikalie in Form kleiner Kügelchen verteilt. Zwei Kinder nahmen sie in den Mund und mussten danach ins Klinikum gebracht werden. Foto: Harald Krömer/Ralf Roeger
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Die Kripo nahm Ermittlungen auf, die Feuerwehr reinigte die Plätze. Die beiden beliebten Grillhütten bleiben vorerst gesperrt. Foto: Harald Krömer/Ralf Roeger
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Zwei Kinder nahmen sie in den Mund und mussten danach ins Klinikum gebracht werden. Foto: Polizei

Aachen. Sollte der Täter die Absicht gehabt haben, jemandem ganz bewusst Schaden zuzufügen, dann hat er sein perfides Ziel erreicht. Seine Opfer sind zwei kleine Kinder, die jetzt im Klinikum liegen. Und zwar mit Verätzungen im Mundraum.

Es war Freitagmorgen, als sich eine Kindergartengruppe bei bestem Ausflugswetter aufmachte in den Aachener Wald. Rast machte man schließlich am beliebten Grillplatz Adamshäuschen nicht weit vom Preusweg entfernt. Dort nahm das Unheil seinen Lauf. Auf den Tischen und Bänken hatte jemand großflächig kleine weiße Kügelchen verteilt. Kleinkinder kennen solche als Süßigkeit. Und prompt hatten auch schon zwei der Kinder „probiert“. Mit schmerzhaften Folgen. Denn es kam im Mund zur chemischen Reaktion. Die Kinder wurden ins Klinikum gebracht und mussten dort auch stationär bleiben.

Polizei und Feuerwehr rückten an. Die Kripo begann mit der Spurensuche. „Wir haben den Grillplatz als Tatort behandelt“, so Polizeisprecher Paul Kemen. Anschließend begann die Feuerwehr damit, das Areal zu reinigen. Mehrere tausend Liter Wasser mussten dazu eingesetzt werden. Unterdessen gab die Polizei schon via Internet Warnmeldungen heraus. Und begann damit, andere Grillplätze in Aachen zu untersuchen – und wo möglich auch Spielplätze. „Alle waren da natürlich nicht zu schaffen“, so Kemen.

Am Nachmittag gab es dann die Gewissheit: „Adamshäuschen“ ist kein Einzelfall. Auch auf dem ebenso beliebten Grillplatz am Karlshöher Hochweg nahe der Lütticher Straße – also nicht weit entfernt von Adamshäuschen – fanden die Polizisten ebenfalls die Substanz. Und auch dort hatte sie jemand großflächig vor allem über Tische und Bänke verteilt. Erneut gab die Polizei dringende Warnhinweise über alle Kanäle heraus. Auf weiteren Plätzen wurde dann bis zum Abend nichts mehr gefunden.

Die Substanz wurde zur Analyse in ein Labor gebracht. Ein Ergebnis stand am Freitagabend noch aus. Laut Kemen kann es auch noch eine Weile dauern, bis endgültig geklärt ist, um was es sich hier handelt. Klar ist: Bei Kontakt mit der Haut ätzt die Substanz, die laut Polizei wie kleine Hagelkörner aussieht. Bei Kontakt mit Wasser beginnt sie zu schäumen. Kemen rät weiterhin zur großen Achtsamkeit.

Die beiden Grillplätze im Aachener Wald waren über die Pfingsttage natürlich gut gebucht. Doch die Grillfeste müssen zumindest dort ausfallen. Denn die Areale bleiben laut Stadtsprecher Bernd Büttgens so lange gesperrt, „bis zweifelsfrei feststeht, um welche Substanz es sich hier gehandelt hat“. Den Mietern wurde kurzfristig abgesagt. Die Kriminalpolizei macht sich indes auf die Suche nach dem Täter. „Wir untersuchen mit allem Nachdruck, ob es sich hier um eine Straftat handelt“, so Paul Kemen.

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