Ärgerliche Nummer: Wochenlang ohne Telefonanschluss

Von: Robert Baumann
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Aachen. Wer in diesen Tagen versucht, bei Familie Fischer in Verlautenheide anzurufen, bekommt eine klare Ansage durch die Hörermuschel: „Dieser Anschluss ist vorübergehend nicht erreichbar.”

Schuld für die fehlende Verbindung sind nicht die Orkane „Ulli” oder „Andrea”. Und auch die Rechnung haben die Fischers immer ordnungsgemäß bezahlt.

Was die Fischers zu diesem Zeitpunkt noch nicht wissen: Grund für die bereits seit zwei Wochen bestehende „tote Leitung” ist ein undichtes Kabel, in das Feuchtigkeit eingedrungen ist. „Die Störung befindet sich oberhalb einer Gasleitung und in einer Hanglage an einer vierspurigen, stark befahrenen Straße”, erklärt André Hofmann, Telekom-Pressesprecher Region West, die Schwierigkeiten einer schnellen Reparatur. So müsse man mit Hilfe des Gasbetreibers erst einmal die genaue Lage der Leitung bestimmen. Zudem sei der Einsatz eines Baggers im Hang aufgrund der starken Regenfälle der letzten Tage nicht möglich.

„Eine schlimme Situation”

Neben klaren Telefonansagetexten ihres Anbieters hätten sich die Fischers über solche klaren Aussagen von Seiten der Telekom schon viel früher gefreut. Denn neben der Telefon- liegt auch die Internetverbindung lahm. „Das ist eine schlimme Situation, die das Leben sehr einschränkt. Man fühlt sich total hilflos”, sagt Ralf Fischer. „Die Telekom hat die Pflicht, die höchstmögliche Verfügbarkeit herzustellen. Aber es passiert einfach nichts.”

Mit einem Kratzen fing es an

Zwei Tage vor Heiligabend fing das Dilemma an. „Erst nur mit einem Kratzen und kleinen Unterbrechungen beim Telefonieren”, erinnert sich Fischer. Im späten Nachmittag waren Telefon- und Internetverbindung dann ganz gekappt. Täglich wählt Fischer die Rufnummer der Telekom-Störungsstelle. Die versicherte ihm mehrfach, dass ein Techniker die Lage vor Ort prüfen werde. „Ich habe aber nie jemanden gesehen.”

Alleine stehen die Fischers mit ihren Verbindungsproblemen nicht. Mehrere Bürger aus Verlautenheide, Würselen und Haaren beschweren sich über die seit mehreren Wochen andauernden Störungen. „Allein in unserer Straße sind weitere sieben Haushalte betroffen”, rechnet Fischer vor.

Betroffen sind auch Ingrid und Udo Clemens aus Verlautenheide, die bereits seit dem 20. Dezember „offline” sind. „Man fühlt sich von der Außenwelt regelrecht abgeschnitten”, sagt Clemens. Besonders ärgert sie sich über das schlechte Informationsmanagement der Telekom.

André Hofmann kann den Unmut der Kunden verstehen. „Dass es so lange dauert, ist natürlich bedauerlich, und wir entschuldigen uns für die Unannehmlichkeiten.” Von der Störung, die seit dem 19. Dezember besteht, seien 20 Kunden betroffen, sagt der Pressesprecher. Ab wann wieder eine freie Telefon- und Internetverbindung besteht, ist offen.

Am Freitag soll es einen Ortstermin von Telekom-Mitarbeitern und dem Gasbetreiber geben. Fischer ist für seine Freunde und Verwandten weiterhin nur über sein Handy erreichbar. „Den einzigen in unserem Haushalt, den das Ganze nicht stört, ist mein Hund”, sagt der 49-Jährige.
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