Ärger um Rollator: Maria Portmann bleibt CHIO fern

Von: Georg Dünnwald
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Mit ihrem Rollator fühlt sich Maria Portmann auf dem CHIO unerwünscht. Foto: Ralf Roeger

Aachen. Bis zum vergangenen Jahr war Maria Portmann Stammgast beim Aachener CHIO. „Seit 1970 war ich immer dabei. Von morgens bis abends. Von Anfang bis Ende der jeweiligen Wettbewerbe. Ich habe in den 42 Jahren nur zwei Tage ausgesetzt“, erinnert sich die 80-Jährige, die nach eigenen Angaben für die Woche Reitturnier etwa 300 Euro hingeblättert hat.

Doch wenn in der kommenden Woche die Spring- und Dressurwettbewerbe in der Soers beginnen, wird sie fehlen. Denn seit etwa drei Jahren traut sich die ältere Dame nur noch mit dem Rollator ins Freie, „wegen verschiedener Operationen“. Und mit diesem Rollator fühlt sich die Rentnerin in der Soers nun unerwünscht.

„Mein Rollator ist zusammenklappbar, also ist der immer mit auf die AM-Tribüne gewandert“, erzählt sie. „Letztes Jahr habe ich meinen Sohn dabei gehabt, der hat das Gerät hochgetragen. Aber plötzlich stand ein Ordner neben uns und behauptete, dass es nicht erlaubt ist, Rollatoren mit auf die Tribüne zu nehmen. Auch nicht zusammengeklappte. Die würden im Wege stehen, wenn es Notfalleinsätze gäbe.“

Eine Bemerkung, die Maria Portmann wunderte, denn: „In den ersten beiden Jahren, in denen ich mit dem Rollator gekommen bin, hatte niemand etwas einzuwenden. Aber letztes Jahr hat der Ordner sogar seinen Chef geholt, der dasselbe gesagt hat. Nach kurzer Zeit bin ich dann gegangen. Da hatte ich die Lust verloren.“

Sie habe sich einen netteren Abgang nach so langer Treuer zum CHIO gewünscht. „Aber den Rollator unten stehen lassen, habe ich mich nicht getraut, der könnte ja gestohlen werden.“

Vieles verbessert

Niels Knippertz, Pressesprecher des Aachen-Laurensberger Rennvereins (ALRV), wundert sich ein bisschen: „Warum hat die Dame sich denn nicht an uns gewandt? Wir hätten da schon eine Lösung gefunden. Im Übrigen haben wir in den vergangenen Jahren immer mehr für Menschen mit Behinderung getan und werden auch weiterhin vieles verbessern“, verspricht der ALRV-Sprecher.

Selbstverständlich wird Maria Portmann dem CHIO treu bleiben. Im Fernsehen will sie die wichtigsten Ereignisse verfolgen. „Aber die Atmosphäre, die man auf dem Reitturnier erlebt, bekommt man auf der Mattscheibe nicht mit.“ Aber diese Atmosphäre bekämen jetzt ihr Enkel und dessen Ehefrau mit. Denen hat sie nämlich ihre Dauerkarte und die ihres Mannes geschenkt.

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