Ärger um Parkverbot in der Mataréstraße, das keiner erkennt

Von: Oliver Schmetz
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Knöllchenfalle: Für Anwohnerin Anneliese Perteck ist es schlicht „Abzocke“, dass die Stadt an dieser Stelle in der Mataréstraße fleißig kassiert. Nun soll das Parkverbot, das man kaum erkennen kann, aber deutlicher gekennzeichnet werden. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Eigentlich kann man in der Mataréstraße gut und kostenlos parken. Auf der einen Seite ist fast überall das Parken auf dem Bürgersteig erlaubt und auch ausgeschildert. Auf der anderen Straßenseite sind zwischen den Bäumen Parkbuchten angelegt, ohne dass dies weiter ausgeschildert ist. Doch an einer Stelle kann es teuer werden: Denn in der Mataréstraße gibt es eine einzige Parkbucht, die im Grunde aussieht wie alle anderen, aber dennoch keine ist. Und dort verteilt die Stadtverwaltung offenbar fleißig Knöllchen.

So schildert es jedenfalls Anneliese Perteck, die vor ein paar Tagen „in diese Falle tappte“, wie sie es nennt. Sie war mit dem Wagen ihres Sohnes unterwegs und stellte diesen abends in einer freien Parkbucht ab. Dachte sie jedenfalls. Doch am nächsten Tag prangte ein Knöllchen an ihrer Windschutzscheibe. Was Anneliese Perteck im Dunkeln nicht sehen konnte und auch tagsüber kaum einem auffällt: Just an dieser Stelle findet sich keine aus blassrosa Pflastersteinchen gebildete unscheinbare Linie, die eine Parkbucht vom Bürgersteig abtrennt.

Die Anwohnerin legte Beschwerde ein, erhielt aber die Auskunft, dass mit dem Knöllchen alles rechtens sei. Und am Telefon habe ihr eine Mitarbeiterin des Ordnungsamts außerdem gesagt, dass dort schon über hundert Knöllchen geschrieben worden seien, erzählt sie. Und dass das für die Stadt eine gute Einnahmequelle sei – was Perteck erst recht in Rage bringt. „Das ist doch pure Abzocke“, schimpft sie. „Da stellt die Stadt Autofahrern eine Falle!“

Beim Termin vor Ort zeigt sich, dass es sich tatsächlich um ein Parkverbot handelt, das kaum einer erkennt – zumal auch auf den ersten Blick kein triftiger Grund erkennbar ist, ausgerechnet dort parkende Pkw zu verbannen. Natürlich steht ein Wagen in der Parkbucht, die keine ist. Und der Mann, der dort parkt, reagiert erstaunt auf den Hinweis, dass er das nicht darf. „Ich arbeite da drüben“, sagt er und zeigt auf die gegenüberliegende Grundschule, „und stehe hier öfter.“ An ihm ist der Knöllchen-Kelch bislang vorübergegangen, nicht aber an dem Passanten, der kurz darauf vorbeikommt. „Da habe ich erst vor ein paar Wochen eine Knolle bekommen“, sagt der Mann. „Keine Ahnung, warum.“

Dass auch Rita Klösges vom städtischen Presseamt, die sich auf Anfrage der AZ hin die Situation vor Ort ansehen will, das Parkverbot schlicht nicht findet, passt da ins Bild. „Ich denke, dass wir da in der Kennzeichnung nachlegen müssen“, sagt sie – „vielleicht mit Pollern, Schilder dürfen wir dort laut Straßenverkehrsordnung nicht aufstellen.“ Denn die Markierungen auf dem Bürgersteig, der 1991 so gestaltet worden sei, „fallen in der Tat nicht so gut auf“, räumt sie ein.

Stattdessen aus dem Parkverbot, das keiner erkennt, eine richtige Parkbucht zu machen, gehe allerdings nicht. Man dürfe dort nicht parken, weil die Stelle genau gegenüber einem Eingang der Schule auf der anderen Straßenseite liege, sagt Klösges. „Es geht darum, dass die Schüler beim Überqueren der Straße mehr Platz haben und es für die Kinder übersichtlicher ist.“

Für Anneliese Perteck ändert sich durch die späte Einsicht der Stadt, die unklare Situation zu verbessern, allerdings nichts. Die Anwohnerin sei „leider im Unrecht“, juristisch sei die Sache eindeutig, sagt Klösges. Perteck muss für ihr „Vergehen“ auf jeden Fall blechen. Bevor man in der Mataréstraße tatsächlich überall kostenlos und knöllchenfrei parken kann, wird erst noch weiter kassiert.

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