Aachen - Ärger über Stawag-Baustelle am Büchel

Ärger über Stawag-Baustelle am Büchel

Von: Stefan Herrmann
Letzte Aktualisierung:
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Kunden Fehlanzeige: Silvia Gerhards trifft die Baustelle besonders hart. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Dass einige Zeitgenossen gerne mal den Bauch einziehen, wenn sie in eine todschicke, aber eigentlich doch zu enge neue Hose schlüpfen, ist hinlänglich bekannt. Dass potenzielle Kunden aber den Bauch bereits einziehen müssen, um überhaupt in einen Modeladen hineinzukommen, ist neu.

Seit Wochenbeginn klafft ein Loch direkt vor dem Laden Applewood Accessoires, da die Stawag am Büchel die Versorgungsleitungen erneuert. Tagsüber während der Bauarbeiten schrumpft der Eingangsbereich auf rund 40 Zentimeter Breite. Inhaberin Silvia Gerhards bringt das mächtig auf die Palme.

„So geht es auf keinen Fall weiter!“, wettert sie und blickt sich in ihrem verwaisten, 100 Quadratmeter großen Geschäft um. Denn Kunden sind seit zwei Tagen absolute Mangelware bei ihr am Büchel. Mickrige 200 Euro Umsatz am Montag, am Dienstag kamen bis zum späten Nachmittag lediglich zwei Stammkunden ins Geschäft, nachdem Gerhards sie angerufen hatte, dass ihre Bestellungen geliefert worden seien. Kein Wunder, denn für Laufkundschaft ist das Geschäft derzeit im wahren Wortsinn nahezu unerreichbar.

Seit zehn Jahren führt die Händlerin Applewoods am Büchel, zuvor war sie zehn Jahre am Dahmengraben heimisch. So eine Bau-Farce, klagt sie, habe sie in all der Zeit noch nicht erlebt. „Und da gab es schon so einiges.“ Begonnen hat es diesmal mit dem Aufstellen der Absperrbaken vorige Woche. Denn die reichten zunächst die komplette Straßenseite entlang – ohne eine Unterbrechung für Fußgänger und Anwohner. Diese waren gezwungen, jeweils bis zu den Straßenenden zu gehen, um von dort auf den Bürgersteig und schließlich zu Läden und Hauseingängen zu gelangen. Dies wurde mittlerweile geändert.

Doch mit der Baugrube direkt vor ihrem Geschäftseingang, der es Kunden so gut wie unmöglich macht, den Laden zu betreten, platzte Gerhards der Kragen. Sie rief bei der Stawag an. Dreimal, sagt sie. Und wartete bis Dienstag am frühen Abend auf einen Rückruf. Stawag-Sprecherin Corinna Bürgerhausen bedauerte auf AZ-Anfrage die Einschränkungen. Auf die besonders betroffene Silvia Gerhards möchte die Stawag noch einmal zugehen. Bürgerhausen sagt aber auch: „Wir müssen dringend an die Versorgungsleitungen in der Innenstadt ran, versuchen jedoch, es den Geschäftsleuten nicht unnötig schwer zu machen.“

In den kommenden Tagen befürchtet Silvia Gerhards unterdessen, weiter einen Eingangsbereich zu haben, der diesen Namen kaum verdient – und somit ausbleibende Kundschaft, was gleichbedeutend mit Ebbe in der Kasse ist. Hinter ihren Produkten, exklusive Mode- und Accessoire-Marken, steht sie zu hundert Prozent. Auf die aktuelle „Exklusivität“ können sie und ihre drei Mitarbeiter aber gerne verzichten: Den Laden haben sie nämlich derzeit für sich. Exklusiv sozusagen.

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