Ärger über neuen Schleichweg in der Soers

Von: Oliver Schmetz
Letzte Aktualisierung:
Bremsen oder lieber vorher abb
Bremsen oder lieber vorher abbiegen? Seit sogenannte „Drempels” den Verkehr auf dem Soerser Weg beruhigen, beklagen Anwohner zunehmenden Schleichverkehr durch benachbarte Wohnstraßen. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Wenn vormalige „Rennstrecken” endlich verkehrsberuhigt sind, sorgt das in der direkten Nachbarschaft in der Regel für große Freude. Dumm nur, wenn die Verkehrsberuhigung für Autofahrer offenbar derart lästig ist, dass sie die Verkehrsströme nicht bremst, sondern umlenkt - und das Blech dann über neue Schleichwege mitten durch reine Anliegerstraßen rollt und bisweilen rast.

Diese Folge beobachtet AZ-Leser Heinrich Jungen nach eigenem Bekunden seit einigen Wochen in der Soers. Denn seit auf dem Soerser Weg nicht nur Baumtore das Durchfahrtstempo drosseln, sondern auch an zwei Stellen deutliche Schwellen im Asphalt - in den Niederlanden als „Drempels” bekannt - jeden Bleifuß auf die Bremse zwingen, biegen manche offenbar lieber vorher ab.

Auf dem Soerser Weg stadteinwärts führe sie der Weg dann links in das Sträßchen „Am Tivoli”, wo Jungen wohnt, und danach entweder über die Emmastraße oder die Straße „Am Weberhof” zur Merowingerstraße und weiter zur Krefelder Straße. „Die fahren dann mitten durch unser Wohngebiet, weil sie so die Engstelle mit den Drempels und die Ampel an der Kreuzung umgehen können”, klagt Jungen.

Und auch umgekehrt funktioniere der Schleichweg: Viele Autofahrer führen nicht mehr am Anfang der Krefelder Straße in den Soerser Weg hinein - auch dort lauern nun „Drempels” - sondern wählten gleich den Weg über Merowingerstraße und Emmastraße, um hinter dem Engpass wieder auf den Soerser Weg zu treffen. „Der Verkehr hat hier stark zugenommen, vor allem während des Berufsverkehrs”, konstatiert der Anwohner und beklagt auch so manchen Raser in den kleinen Wohnsträßchen.

Dass die Verkehrsberuhigung am Soerser Weg - die ja auch von Anwohnern vehement gefordert worden war - nun gleich nebenan für Unruhe sorgt, kommentiert er mit Kopfschütteln: „Das ist doch von vorne bis hinten eine desolate Planung.”

Bei der Stadtverwaltung sieht man das indes anders. Man habe von der Klage bereits gehört, bestätigt Axel Costard vom städtischen Presseamt auf AZ-Anfrage, sehe das Ganze aber nicht unbedingt als großes Problem. „Es gibt dort jetzt sicher einige Fahrten mehr, aber das bewegt sich auf einem sehr niedrigen Niveau.” Außerdem mache der Schleichweg eigentlich kaum Sinn. Gleichwohl wolle man die Situation aber künftig „weiter beobachten”. Wie das geschehen soll, ist allerdings unklar. Dass die Stadt im Wohngebiet Verkehrszählungen vornimmt, kann Costard jedenfalls nicht bestätigen.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert