„Adler Werbegeschenke” nimmt Stellung zur Hauruck-Schließung

Von: Stephan Mohne
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Aachen. „Adler hat den Standort Aachen am 29.09.2012 geschlossen.” Teilt Adler mit. Und das einen Tag nachdem genau das bereits in der AZ gestanden hatte. Genauer: in der Nacht zum Mittwoch.

Und zwei Tage nachdem die Saarbrücker Firmenzentrale eine Anfrage unserer Zeitung diesbezüglich schlicht ignoriert hatte. „Adler Werbegeschenke” hatte vergangenen Freitag allen rund 80 Mitarbeitern des Standorts Aachen in den Aachen-Arkaden in einer Hauruck-Aktion die Kündigungen in die Hand gedrückt.

Nicht einmal mehr an die Computer durften die Angestellten danach, die Schlösser der Türen waren überdies bereits ausgetauscht. Selbst aus der bisherigen Standortleitung heraus hieß es, das Vorgehen der Firma, die zum US-Unternehmen Myron gehört, sei „menschlich unwürdig” gewesen. Die Gewerkschaft Verdi hatte die Art und Weise als „Frechheit” bezeichnet.

Jetzt hat Adler doch noch eine knappe Pressemitteilung herausgegeben und Gründe für den Schritt angegeben. Vor rund zwei Jahren habe Adler den Standort Aachen aufgebaut, „um die Märkte Belgien und Holland zu erschließen”. Außerdem sei damals „der Standort Saarbrücken ausgelastet, die Raumkapazität ausgeschöpft und der Bewerbermarkt sehr belastet” gewesen.

Erwartungen „nicht erfüllt”

Die firmeneigenen Erwartungen zu den Märkten in Holland und Belgien hätten sich „bis heute nicht erfüllt”. Der Standort Aachen sei „mit relativ hohen Mietkosten belastet, während in Saarbrücken in der Zwischenzeit Raumkapazitäten vorhanden sind, die unter anderem durch Effizienzsteigerungen entstanden sind”. In Saarbrücken könne Adler nun, „mit Personalaufstockung das komplette Geschäft in den vorhandenen Räumen durchführen”. Seitens der Standortleitung hatte es hingegen Anfang der Woche geheißen, die Zahlen in Aachen seien hervorragend gewesen - und zwar besser als jene in Saarbrücken selbst.

„Adler bedauert...”

Die „Sales Mitarbeiter” in Aachen hätten mehrheitlich, so Adler, Änderungskündigungen erhalten. Ihnen sei mithin angeboten worden, „das Arbeitsverhältnis in Saarbrücken fortzuführen”. Und „Adler bedauert diese für viele Mitarbeiter harte und schmerzliche Entscheidung, die jedoch aus betriebswirtschaftlichen Gründen geboten war und das internationale Geschäft am Standort Deutschland insgesamt weiter stärkt.” Der Adler-Standort in Cardiff bleibe weiterhin bestehen, der Standort Saarbrücken werde weiter ausgebaut.

Es gab Gerüchte

Das Unternehmen geht in der Mitteilung nicht auf die Vorwürfe der Belegschaft bezüglich der Art und Weise der Kündigungen ein. Und auch nicht auf die Mutmaßung der Belegschaft, dass der Standort wegen der Wahl eines Betriebsrates am 19. September geschlossen wurde. Oder zumindest vorzeitig.

Gerüchte, dass die Auflösung für Ende des Jahres bereits beim Arbeitsamt angemeldet worden war, gab es. Das hatte die Belegschaft aber nicht geglaubt, denn Anfang September waren noch zehn neue Kräfte eingestellt und geschult worden. Möglicherweise wird die Geschichte allerdings erst vor Gericht enden. Der Betriebsrat, der seitens der Saarbrücker Zentrale keine Anerkennung findet, hat einen Anwalt eingeschaltet. Auch Verdi hatte Hilfe bei der Prüfung angeboten.
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