Adalbertstraße zählt weniger Laufkundschaft

Von: Robert Esser
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Weniger Passanten: Die Adalbertstraße hinkt früheren Rekordwerten hinterher. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Mit 6255 Passanten pro Stunde – registriert am Stichtag Samstag, 27. April 2013, von 13 bis 14 Uhr – zählt die Adalbertstraße in Aachen erneut deutlich weniger Kundschaft als im Durchschnitt der vergangenen zehn Jahre (7080).

Dies ist das Ergebnis der jüngsten Passantenfrequenzzählung des Frankfurter Immobilienberatungsunternehmens Jones Lang LaSalle. Die Beratungsfirma untersucht seit 1999 Passantenströme in 170 Top-Einkaufsstraßen in ganz Deutschland. Aktueller Spitzenreiter ist der Westenhellweg in Dortmund mit 12.950 Passanten vor der Neuhauser Straße in München (11.920), der Kölner Schildergasse (11.910) und der Flinger Straße (11.790) in Düsseldorf. Aachen landet auf Platz 28.

Bei genauer Betrachtung der Statistik „profitiert“ die Kaiserstadt im Ranking aber von der laut Mikrozensus (2011) stark nach unten korrigierten Einwohnerzahl. Während LaSalle noch von 258.000 Einwohnern ausgeht, hat die maßgebliche Landesbehörde IT NRW die Einwohnerzahl Ende Mai 2013 auf knapp 237.000 Bürger reduziert. Somit belegt Aachen eigentlich in der Gruppe der Einkaufsstädte mit 100.000 bis 250.000 Einwohnern bundesweit den Spitzenplatz – vor Freiburg (Kaiser-Joseph-Straße / 5790) und Trier (Simeonstraße / 5610).

LaSalles Analysten sprechen angesichts der Adalbertstraße von einem „sehr stabilen Bild, das aktuell fast exakt auf dem Durchschnitt der letzten fünf Jahre liegt“. Ein Rückgang ergebe sich nur im längerfristigen Rückblick. Der Spitzenwert von 8250 Passanten pro Stunde stammt aus dem Jahr 2003 – rund 2000 mehr als dieses Jahr.Dass die langjährige Brache und die gewaltigen Bauarbeiten für den Shopping-Palast am Kaiserplatz die Adalbertstraße negativ beeinfluss(t)en, liegt auf der Hand.

Manfred Piana, Hauptgeschäftsführer des Einzelhandelsverbandes Aachen-Düren-Köln, sieht weitere Ursachen für leicht schwächelnde Einkaufsstraßen – bei weitem nicht nur in Aachen. „Extreme Zuwächse beim Einkauf via Internet, der demographische Wandel und nicht zuletzt steigende Energiepreise – zu Lasten mancher Einkaufstour per Auto – führen fast überall zu rückläufigen Frequenzen“, erklärt Piana. Viele Kunden sparen sich buchstäblich den Weg in die Stadt. Wobei die Adalbert-straße an normalen Werktagen mit einer Stundenfrequenz von über 3000 Passanten bundesweit viel besser abschneidet als im Samstags-Vergleich. Hier klettert Aachen auf Platz 15. „Das ist ein fantastischer Wert“, stellt er fest.

Ab Ende 2014, wenn Aquis Plaza eingeweiht wird, rechnet Piana mit einem Plus für die ganze Adalbertstraße. In jeder Hinsicht. Dort sind nämlich laut LaSalle schon jetzt bis zu 120 Euro pro Quadratmeter bei der Neuvermietung eines 100-Quadratmeter-Standardladenlokals fällig. Andernorts – etwa Dahmengraben, Krämerstraße, Markt und Großkölnstraße – könnten Mieten dann moderat sinken. Stadt, Einzelhändler und Immobilienbesitzer müssten nun eine zugkräftige Strategie entwickeln, damit Kunden die historische Altstadt künftig nicht links liegen lassen, regt Piana an.Die Industrie- und Handelskammer, Theaterstraße 6, lädt am Montag, 23. September, um 19 Uhr zum Expertengespräch. Das Motto: „Buy Local“ – zur Stärkung lokaler Einzelhändler. Damit die Zahlen bald überall stimmen und LaSalle eine neue Rechnung aufmachen muss. Was 2014 passiert.

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