Aachen - Adalbersteinweg: Neue Regeln sorgen für Verwirrung

Adalbersteinweg: Neue Regeln sorgen für Verwirrung

Von: Stephan Mohne
Letzte Aktualisierung:
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Die Verkehrsführung ist neu, die Verwirrung groß: Zur Verbesserung der Radwegeinfrastruktur wird ein ganzes Bündel von Maßnahmen im Ostviertel umgesetzt. An der Josefskirche steht linksabbiegenden Autofahrern deswegen jetzt nur noch eine Spur zur Verfügung, ebenso dem geradeaus fahrenden Stadtauswärtsverkehr im Bereich des Gerichts. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Der Mensch ist ein Gewohnheitstier. Was natürlich auch für den autofahrenden Menschen gilt. Und so gibt es derzeit einige Verwirrung, weil sich an einem vielbefahrenen Knotenpunkt nach Jahrzehnten gerade die Verkehrsführung geändert hat.

Das führt aktuell zu teils waghalsigen Spurwechseln und zu Beinaheunfällen. Anlass für den Eingriff in die bisher bestehende Spurlage ist der „Maßnahmenplan Radverkehr“ und hier im Speziellen der Unterabschnitt „Radverkehrsanlagen in Aachen-Ost“. Für das Bündel von Maßnahmen wurden im Mai in der Bezirksvertretung Mitte und im Mobilitätsausschuss die Beschlüsse gefasst. Im Bereich rund um die Josefskirche wurden die entsprechenden Schritte jetzt bereits umgesetzt, da dort ohnehin in den Sommerferien die Fahrbahndecke erneuert wurde.

Bisher stellte sich stadtauswärts die Situation so dar: Von der Kongressstraße aus kommend führen zwei Fahrspuren Richtung Forst/Brand. Kurz vor der Kirche zweigten davon zwei Spuren ab, die in die Stolberger Straße und links an der Kirche vorbei führten. Beides ist nun anders. Jetzt gibt es in Höhe des Gerichts nur noch eine Spur für die Geradeausfahrt, die zweite dient zum Einordnen in den Linksabbiegeverkehr. Von den beiden Spuren dort steht nun allerdings nur noch eine für Autos zur Verfügung. Daneben ist ein Schutzstreifen für Radfahrer markiert worden. Der ist allerdings mit zwei Metern deulich breiter als die sonst üblichen Schutzstreifen. Was nun wiederum Autofahrer dazu verleitet, diese Spur ebenfalls dem Autoverkehr zuzuordnen. Axel Costard vom städtischen Pressebüro sagt, dass der Radweg in den kommenden Tagen noch deutlicher gekennzeichnet wird. Zunächst war dort nur ein Fahrrad-Piktogramm aufgebracht worden, insgesamt sollen es vier werden.

„Leistungsfähigkeitsprüfung“

Die Stadt ist indes davon überzeugt, dass es durch die Verringerung der Autofahrspuren in diesem Bereich nicht zu Verkehrsbehinderungen oder gar Staus kommt – auch nicht im Berufsverkehr. Verkehrszählungen hätten ergeben, dass für den Autoverkehr in Richtung Stolberger Straße zwei Spuren nicht erforderlich seien. In einer Ausschussvorlage heißt es überdies: „Die Leistungsfähigkeitsprüfungen haben ergeben, dass am Knotenpunkt Josefskirche mit Umsetzung der Radverkehrsplanung die Leistungsfähigkeit für den Kfz-Verkehr aufrechterhalten wird.“ In diesem Zusammenhang habe sich zudem gezeigt, dass auch auf der Stolberger Straße Richtung Hohenzollernplatz keine zwei Spuren nötig seien. Dort soll an der Josefskirche die Bushaltestelle barrierefrei in den Fahrbahbereich verlegt werden. Bisher gibt es dort eine Bushaltebucht. Wenn diese wegfällt, kommen dort zwei Parkplätze hin.

Über die aktuellen Maßnahmen hinaus wird es zugunsten des Radverkehrs auch Neuordnungen der Fahrbahnen im Bereich Stolberger Straße/Sedanstraße/Joseph-von Görres-Straße, in der Joseph-von-Görres-Straße, in der Peliserkerstraße und in der Stolberger Straße geben. Markierungs – und Umbauarbeiten sowie für die notwendigen Änderung An den Ampeln kosten lautet Verwaltung 463.000 Euro, wobei man mit Zuschüssen von 210.000 Euro rechnet.

Mit dem Maßnahmenpaket soll die Sicherheit der Radfahrer nun auch im Ostviertel verbessert werden, wird es doch für diese gerade auf dem Adalbertsteinweg eng. Zu gravierenden Folgen hat das zumindest laut Polizeistatistik bislang jedoch nicht geführt. Von Anfang 2013 bis heute zählte die Polizei nach Auskunft von Polizeisprecher Paul Kemen zwischen Kongressstraße und Josefskirche zwei Unfälle mit Radfahreren, die jeweils leicht verletzt wurden.

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