„Activity”: Zufall entscheidet über das Bühnengeschehen

Von: Aljona Hartstock
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Auf der Zielgeraden bei den Vorbereitungen: Annalis Derossi und Ludger Engels (Mitte) in der Werkstatt des Mörgens bei den Arbeiten zu „Activity”, das am 15. Juni Premiere feiert. Foto: Andreas Schmitter

Aachen. Bei dem Spiel „Activity” geht es darum, Begriffe innerhalb von 60 Sekunden entweder zu erklären, pantomimisch darzustellen oder aufzumalen. In Anlehnung an das Gesellschaftsspiel haben Annalisa Derossi und Ludger Engels ihr neues Theaterstück ebenfalls „Activity” genannt.

Der Zuschauer wird darin zum Komponisten: An unterschiedlichen Orten im Gebäude des Mörgens-Theaters sammelt er Töne, Requisiten und Texte, die beim Finale den Rahmen für die Performance bilden. Dabei entscheidet der Zufall, welche Materialien während der Abschlussdarbietung zur Verfügung stehen und in welcher Reihenfolge die Töne und Texte zu hören sind. Jede Vorstellung ist daher anders und damit einzigartig.

Aufgeteilt in sechs Gruppen

Die Idee zu dem Stück geht zurück auf den Komponisten und Künstler John Cage (1912 - 1992). „Cage ging in unterschiedliche Städte und hat unter Einbeziehung der Menschen und Gegebenheiten vor Ort Stücke geschrieben”, erklärt Regisseur Engels.

Sowohl Engels als auch die Tänzerin Derossi sind in ihrer Arbeit von Cage beeinflusst. So inszenierte Engels beispielsweise im Jahr 2006 das Musiktheater „Aachen Musicircus on Europeras” nach John Cage. In diesem Jahr jährt sich der Geburtstag von Cage zum 100. und sein Todestag zum 20. Mal; da habe es nahe gelegen, auf den einflussreichen Künstler Bezug zu nehmen, sagt Engels.

Und so darf man sich einen „Activity”-Abend im Mörgens-Theater vorstellen: Die Zuschauer werden in sechs Gruppen eingeteilt und erhalten Aufnahmegeräte sowie einen Würfel und eine „Spielanleitung”. Die Gruppen erwürfeln zunächst, welche der sechs Stationen sie aufsuchen.

Zur Verfügung stehen Schreinerei, Schneiderei, Kaschierwerkstatt (dort entstehen Teile des Bühnenbilds), Abschlachterei (die Bühnenbilder werden dort auseinandergenommen), Dramaturgie und Schlosserei. An der jeweiligen Station angekommen, muss erneut gewürfelt werden und die entsprechende Aktivität gemäß Spielanleitung ausgeführt werden. In der Schreinerei soll man zum Beispiel von den Mitarbeitern Löcher in ein Holzstück fräsen lassen, eine Audioaufnahme davon machen und das Holzstück anschließend als Requisit mitnehmen. „Die Zuschauer haben so die Möglichkeit, Räume des Theaters zu sehen, die sie sonst nicht zu Gesicht bekommen”, sagt Engels.

Abschlussarbeiten im Film

Bei der anschließenden Performance können alle Gruppen ihre gesammelten Materialien im Proberaum verteilen. In einer vom Zufallsgenerator bestimmten Reihenfolge werden die Töne von den Aufnahmegeräten abgespielt. Nun bleibt es der Tänzerin überlassen, wie sie die Klänge auf der Bühne umsetzt und wie sie die Requisiten einbezieht. „Ich kann mich nicht vorbereiten, ich kann nur reagieren”, sagt Derossi. Die Abschlussdarbietung soll bei jeder Vorstellung gefilmt und direkt im Anschluss auf der Internetseite des Mörgens-Theaters hochgeladen werden.

Die Premiere von „Activity - Sei dein eigener Komponist” ist am kommenden Freitag, 15. Juni, um 20 Uhr im Mörgens an der Mörgensstraße. Da sich das Stück sowohl für Kinder als auch für Erwachsene eignet, werden je vier Vorstellungen am Vormittag und vier am Abend angeboten. Die Termine sind: 18., 19. und 20. Juni um 11 Uhr, am 4. Juli um 12 Uhr und am 10., 12. und 13. Juli um 20 Uhr.
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