„Across the borders“-Festival: Der Künstler malt, das Publikum läuft

Von: Svenja Pesch
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Konzentration pur: Der Essener Künstler „pinx.“ lässt sich von zahlreichen Zuschauern im Kennedypark nicht ablenken. Zur Musik des Duos Guts Pie Earshot bemalt er acht großformatige Leinwände. Foto: Heike Lachmann
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Konzentration pur: Der Essener Künstler „pinx.“ lässt sich von zahlreichen Zuschauern im Kennedypark nicht ablenken. Zur Musik des Duos Guts Pie Earshot bemalt er acht großformatige Leinwände. Foto: Heike Lachmann
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Across the Border im Kennedy Park mit pinx.& Guts Pie Earshot Maler--pinx.--Marc Westermann

Aachen. Ein prüfender Blick, gekonnter Pinselstrich, und „pinx.“ lief weiter. Ganz in schwarz gekleidet, hochkonzentriert und absolut auf sein Tun fokussiert, kam der Künstler, alias Marc Westermann, im Kennedypark daher. Ansprechen? Unmöglich! Denn das Vorhaben von Westermann hatte in jeder Beziehung beachtliches Format.

Im Rahmen des Kulturfestivals „across the borders“ verwandelte „pinx.“ im lauschigen Grün an der Elsassstraße acht großformatige Leinwände in 35 „wachsende“ Kunstwerke.

Die Aktion war ein gemeinsames Projekt des Essener Künstlers und der Berliner Musikgruppe Guts Pie Earshot. Ihr Konzept: Weltmusik-Anhänger mit Punks zu versöhnen und Metal-Fans ebenso begeistern zu können wie Drum-, Bass- und Techno-Freunde. Fast 180 Minuten lang spielte die Band auf der Bühne im Kennedypark, während „pinx.“ ebenfalls knapp drei Stunden lang seine Kunstwerke anfertigte. Und das, ohne sich auch nur eine kurze Verschnaufpause zu gönnen.

Für das Publikum bedeutete die ungewöhnliche Kooperation vor allem viel Lauferei. Denn der Künstler malte nicht länger als ein paar Minuten an einem Werk und stellte ein Bild nie ganz fertig. So verschwand die weiße Treppe auf einer der Leinwände in der übernächsten Runde und wurde zu einer menschlichen Figur. Und aus einem gelb gemalten Loch entstand eine Strandlandschaft. An jeder der im Kreis aufgestellten Leinwände stand ein kleiner Farbtisch mit einer Auswahl an Pinseln, Farben und anderen Kunstutensilien.

Die Aktion, die das Kulturbüro mit der Nadelfabrik organisiert hatte, überschritt getreu der Intention von „across the borders“ Grenzen, wie Elke Wienen vom Veranstaltungsmanagement des Kulturbetriebs erzählte: „Dass wir im Rahmen unseres Kulturfestivals erstmals mit der Nadelfabrik agieren und nun den Kennedypark erobern, ist wirklich toll. Live-Malerei und Live-Musik treffen aufeinander und beleben den Park.“

Ihr Kollege Rick Takvorian ergänzte: „Der Festivalcharakter hier ist grandios. Bei der Zusammenarbeit von ,pinx.‘ und dem Duo Guts Pie Earshot werden verschiedene Kunstformen kombiniert und durcheinandergeworfen. Und darum geht es bei ,across the borders‘ auch – Grenzen zu überschreiten und Neues zu entdecken.“ Dass zum Teil verträumte Malerei Punk- und Elektroklängen begegne und dass dabei eine richtig gute Kombination entstehe, sei fantastisch.

Für die Band und den Künstler selbst war das Zusammenspiel allerdings keine Premiere. Sie führten die Aktion bereits zum zweiten Mal gemeinsam durch. Und wie das auf einem Festival so ist, brachten einige Besucher Decken und Verpflegung mit und machten es sich auf der Wiese mit perfekter Sicht auf Bühne und Kunstwerke bequem. Andere wiederum bevorzugten es, dem Künstler zu folgen. Ging er zur nächsten Leinwand, zog eine große Menschentraube hinterher.

An diesem Bild änderte sich auch zu fortschreitender Stunde nichts. Zumindest bis das Öcher Wetter dem künstlerischen Treiben einen Strich durch die Rechnung machte. Gegen 22.30 Uhr brach nämlich der Regen durch die Wolkendecke und sorgte für einen vorzeitigen Abbruch der Aktion. Fertig war Künstler „prinx.“ zu diesem Zeitpunkt noch nicht.

Doch das „Malen“ auf den Leinwänden übernahmen ab dann die Wassertropfen. Walter Köth, Leiter der Nadelfabrik, war trotzdem mit dem grenzüberschreitenden Abend zufrieden: „Hier traf heute künstlerischer Hochleistungssport auf vielseitige Musik. Mit der Aktion wurden neue Impulse ins Ostviertel gebracht, und es war eine rundum gelungene Sache, die allen Beteiligten Spaß machte.“

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