Aachen - „Achsen der Angst“ bald im Kameravisier

„Achsen der Angst“ bald im Kameravisier

Von: Stephan Mohne
Letzte Aktualisierung:
Videoüberwachung
Innenminister Ralf Jäger sagte am Dienstag, dass neun neue Standorte von Videosystemen geprüft werden – darunter neben Aachen die Kölner Ringe. Foto: dpa

Aachen. Als in Aachens Innenstadt Serien von Raubüberfällen für tiefe Verunsicherung der Bevölkerung sorgten, da wurde der Begriff „Achsen der Angst“ geprägt. Dies deswegen, weil die Taten gehäuft in bestimmten Bereichen der City begangen wurden.

Zu diesen Achsen gehört die Peterstraße vom Hansemannplatz über den Bushof bis zum Elisenbrunnen ebenso wie die „Partymeile“ in der Pontstraße. Das sind jetzt jene Areale, die Aachens Polizei vermutlich bald noch genauer ins Visier nehmen wird – mittels Videoüberwachung.

Innenminister Ralf Jäger sagte am Dienstag, dass neun neue Standorte von Videosystemen geprüft werden – darunter neben Aachen die Kölner Ringe. Derzeit gibt es solche nur in Düsseldorf und Mönchengladbach. Mehr Videoüberwachung gehörte auch zum „15-Punkte-Plan“, den Ministerpräsidentin Hannelore Kraft nach den Taten in der Silvesternacht in Köln auf den Tisch legte.

Jäger sagte zudem, dass rund 500 Polizeipensionäre für den Wachdienst „angeheuert“ werden sollen, damit Jüngere auf Streife geschickt werden können. Eine zweistellige Millionensumme soll für die Maßnahmen per Nachtragshaushalt her.

Die Entscheidung, ob es in einer Stadt Videoüberwachung geben soll, trifft der jeweilige Behördenleiter. Die geplante Ausweitung „ist ganz in unserem Sinne“, sagte Aachens Polizeisprecher Paul Kemen am Dienstag auf Anfrage unserer Zeitung.

Die Polizei fährt seit Wochen in der Innenstadt Großeinsätze gegen die Straßenkriminalität. Derzeit, so Kemen, würden mögliche Standorte für Kameras geprüft. Zudem sei man bei der Kostenberechnung und schaue, ob vorhandene Geräte noch genutzt werden können. In Aachen hatte es schon von 2008 bis 2010 am Elisenbrunnen Videoüberwachung gegeben.

Nachdem dort die Zahl der Straftaten zurückging, wurde die Maßnahme beendet. Voraussetzung für polizeiliche Videoüberwachung ist, dass es sich um einen Kriminalitätsschwerpunkt handelt. Nach einem Jahr Überwachung muss es eine erneute Prüfung geben. Die Daten müssen nach 14 Tagen gelöscht werden, es sei denn sie dienen konkret der Verfolgung einer Straftat.

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