Kornelimünster - Abteikirche und Kloster der Benediktiner in Kornelimünster feiern Geburtstag

Abteikirche und Kloster der Benediktiner in Kornelimünster feiern Geburtstag

Von: Christoph Hahn
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Blick vom Innenhof: Die Abteikirche an der Oberforstbacher Straße – deren geistliches Oberhaupt Abt Friedhelm ist – steht im Mittelpunkt der 1200-Jahr-Feiern. Foto: Andreas Schmitter
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Ist heute das geistliche Oberhaupt der Abtei: Abt Friedhelm. Foto: Andreas Schmitter

Kornelimünster. Dass es schon vor 1200 Jahren in Kornelimünster Patres und Brüder aus dem Orden der Benediktiner gab, sehen Besucher und Passanten weder der Abteikirche an der Oberforstbacher Straße noch den Konventgebäuden unbedingt an.

Dennoch stehen das Gotteshaus und die angrenzenden Trakte für eine mönchische Präsenz, die länger als ein Jahrtausend währt – nicht an exakt derselben Stelle, aber doch am selben Ort. Auch wenn Abt Friedhelm Tissen, der Obere der Gemeinschaft mit gegenwärtig neun Mitgliedern, mit einem Augenzwinkern erklärt: „Das wahre Gründungsjahr verliert sich im Nebel der Geschichte“ – gefeiert wird trotzdem, ganz groß, mit Messen, Konzerten und anderen kulturellen Darbietungen. Den Auftakt bildet ein Pontifikalamt mit Bischof Dr. Heinrich Mussinghoff am Sonntag, 9. Februar, 11 Uhr, in der Propsteikirche am Korneliusmarkt.

Dass heute eine relativ kleine Zahl von Benediktinern zusammen mit ehrenamtlichen Mitarbeitern das Klosters prägt und trägt, beirrt Abt Friedhelm nicht wirklich. Den Wert und den Rang bemisst der gebürtige Niederrheiner weniger an Quantitäten denn an Qualitäten: „Wir feiern einen Ort des Stabilität, des Bleibens“, bemerkt der Mönch, der seinen Vorgänger Albert Altenähr vor sechs Jahren im Amt des Abtes abgelöst hat. Dieses Bleiben, das Gefühl der Gebundenheit an den Ort und unter einander soll nach außen ausstrahlen. Diese Haltung sei nicht ohne Wirkung geblieben: „Unsere kleine Gemeinschaft ist lebendig genug, um andere Menschen anzuziehen.“ So zu wirken sei nicht immer leicht: „Diese Dinge zu leben kostet Kraft“, weiß der Abt.

Die Benediktiner von Kornelimünster stehen für eine Traditionskette, die viele Epochen umspannt. Trotzdem wirkt einiges am Leben hier zeitlos wie die Räume am Kreuzgang, manches sogar modern. Zum Beispiel: „Wir haben im Gegensatz zu anderen Klöstern keine Klausurmauer.“ Nicht äußere Zwänge sollen den Einzelnen an die Abtei binden, sondern deren geistliche Ausstrahlung: „Es muss eine Klausur des Herzens geben, einen Ort, wo ich hingehöre.“

Moderne, zumindest aber zeitlose Ideale einerseits und eine beinahe schon ewig lange Geschichte bestimmen die Geschichte der Benediktiner von Kornelimünster. Die erste Abtei wurde vor 1200 Jahren durch Benedikt von Aniane gegründet – im Tal der Inde, dort, wo sich heute die Propsteikirche und das barocke Gebäude der Reichsabtei, das heute die Sammlung „Kunst aus Nordrhein-Westfalen“ beherbergt, finden. Dieses Kloster wurde in karolingischer Zeit zu einer Art von Lehranstalt: Zu den zwölf Stammmönche kamen weitere zwölf Mitbrüder aus anderen Klöstern, die hier lernten, wie Mönchsein aussieht.

1802, nach dem Einmarsch französischer Truppen, wurde das Kloster aufgelöst und 104 Jahre später durch Mönche aus Merkelbeek in Niederländisch-Limburg wiedergegründet – dieses Mal aber nicht im Tal, sondern auf einer höher gelegenen Fläche an der Oberforstbacher Straße. Ein Teil der Klostergebäude, in denen die Abtei unter anderem eine Realschule mit Internat unterhielt, wurde inzwischen verkauft.

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