Kornelimünster - Abteigarten: Bürger fühlen sich von der Stadt im Stich gelassen

Abteigarten: Bürger fühlen sich von der Stadt im Stich gelassen

Von: Stephan Mohne
Letzte Aktualisierung:
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Sie halten wie viele andere engagierte Bürger in Kornelimünster den Abteigarten in Schuss: von links Peter Malzahn, Heinrich Hüpgens, Dietrich Eichstädt und Albert Schmid. Foto: Michael Jaspers

Kornelimünster. Die Sonne strahlt, ein Pärchen hat es sich an einem Holztisch am Abteigarten in Kornelimünster bequem gemacht, um ein Picknick in idyllischer Umgebung einzunehmen. Heinz Hüpgens, Peter Malzahn, Albert Schmid und Dietrich Eichstädt schlendern vorbei und grüßen freundlich.

Doch eigentlich sind sie an diesem Morgen weniger fröhlich gestimmt. Um nicht zu sagen: Sie haben die Nase gestrichen voll – und das gerade mit Blick auf den kleinen, aber feinen Park mit seinem See, seinen Wasserläufen und Ruhemöglichkeiten.

Denn so fein war der Abteigarten, der später zur Textilfabrik Roland (geschlossen Ende der 1960er Jahre) gehörte, längst nicht immer. Ende der 1990er sah es dort aus wie Kraut und Rüben. Das Ganze war ein unansehnliches Dickicht, eine Müllkippe obendrein. „Das muss sich ändern“, sagten sich einige Bürger und riefen die Kornelimünsteraner dazu auf, gründlich aufzuräumen. Gleichzeitig suchte man das Gespräch mit Denkmalschützern, die nach Aussagen der Helfer ganz angetan waren.

Das Ensemble sollte Industriedenkmal werden, Landeszuschüsse flossen. Und die Bürger gründeten 1998 eigens einen Verein, den „Abteigarten Kornelimünster e.V.“, der sich fortan um die Pflege des Gartens kümmern sollte. 2001 entwickelte Architekt Heinrich Hüpgens Pläne für die Neugestaltung der eigentlich städtischen Fläche. Und seither, so haben sie ausgerechnet, haben fleißige Bürger Arbeitsstunden im Gegenwert von weit mehr als 10 000 Euro (bei einem angesetzten Stundenlohn von rund 5 Euro) investiert. Der Verein zählt um die 100 Mitglieder.

Doch damit kommen die Herren dann auch zu dem, was sie wütend macht. Denn seit langer Zeit bemühe man sich bei der Stadt um Unterstützung. Denn nicht alles können sie alleine stemmen. So bildet sich auf dem kleinen See regelmäßig eine fiese Algenschicht, obwohl Umwälzpumpen – durch den Verein – eingebaut wurden. Doch die Hilferufe seien bis heute vergebens gewesen, wie die Helfer sagen. Und nehmen dabei das Bezirksamt wie auch die Bezirksvertretung aus, die einige Neuanschaffungen aus ihren Mitteln bezuschusst habe. Es gibt längst eine Boulebahn, Brücken, eine Skulptur im See und vieles mehr, zu dem auch Sponsoren beigetragen hätten.

Nur auf die Unterstützung der Stadt warte man immer noch. Im vergangenen Herbst habe es etwa im Stadtbetrieb ein Gespräch gegeben, das aber bis dato keine Früch- te getragen habe. Im Gegenteil könne nicht einmal mehr die Bezirksregiekolonne unbürokratisch helfen – seit jenem vermeintlichen „Skandal“, bei dem eben Regiekolonnen im Fokus standen. Vor kurzem haben die Helfer wieder haufenweise Laub aus den Kanälen geholt. Sie lagen dort eine gefühlte Ewigkeit, ohne dass sie jemand trotz Bitten abgeholt hätte.

Peter Malzahn erzählt, dass man sich in der Verwaltung nicht einmal einigen könne, als was der See verwaltungstechnisch eingestuft wird. Davon sei wohl abhängig, welcher Fachbereich sich darum zu kümmern habe. Zuletzt seien Briefe, einer davon an den OB, nicht einmal beantwortet worden. „Das ist ein unglaublich schlechter Stil“, kritisiert Malzahn. „Wenn sich die Bürger nicht kümmern würden, dann würde hier wieder alles verkommen und das Gewässer einfach verlanden.“

Natürlich werden sie weiter anpacken, denn sie wollen nicht, dass das Kleinod wieder aussieht wie vor 17 Jahren. Schließlich handele es sich um einen mittlerweile sehr beliebten Treffpunkt. Aber genau sind sie auch stocksauer und sagen unisono: „Offenkundig wird ausgenutzt, dass wir uns kümmern. Die Stadt lässt uns hängen. Und wir sind am Ende die Doofen!“

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