Abstrakte Welten führen auf Karls Spuren

Von: Kathrin Albrecht
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Kreativschmiede: Die Zeitraumpiraten entwickelten mit Schülern Lichtprojektionen, die nicht jeder direkt mit dem Motto „Ein Elefant für den Kaiser“ verbinden würde. Foto: Ralf Roeger
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Effektvolle Theaterreise: Auf dieser „Klangwaage“ hockte eine Künstlerin, ein eher ungewöhnlicher Zugang zum Thema Elefant. Foto: Ralf Roeger

Aachen. Wenn ein Elefant auf die Reise geht, gibt es viel zu erzählen. Dies bewies die dritte Performance-Night im Theater Aachen. Anlässlich des Karlsjahres stand die Nacht unter dem Motto „Ein Elefant für den Kaiser“ und griff damit die Legende um den weißen Elefanten auf, den der Kalif von Bagdad einst Karl dem Großen geschenkt haben soll.

13 Projekte interpretierten diese Geschichte auf ihre Weise, zehn davon wurden extra für diese Nacht geschaffen. Immerhin: Rund 200 Besucher fanden den Weg ins Theater und erlebten Besinnliches, Überraschendes und Experimentelles rund um die Reise eines Elefanten.

Flackernde Lichtreflexe

Dabei wurde das gesamte Theater zur Bühne. Hannes Fleckstein versuchte in seiner Videoinstallation „Experiment in white noise“ im Treppenaufgang zum Spiegelfoyer den Weg des Elefanten und seines Begleiters nachzuempfinden. Auf fünf Bildschirmen flackerten weiße Lichtreflexe auf. „Ich spiele in meiner Arbeit gerne mit der menschlichen Wahrnehmung. Was behalten wir, was überfordert uns?“, erklärte Fleckstein. Die musikalischen Beiträge des Ulas Hazar Trios „Mah-e-Manouche“, „Steven Hill und der Alte“ sowie die musikalische Lesung „Aachen on the Road“ schlugen eine Brücke zwischen Orient und Okzident.

Die musikalische Video-Perfomance „Das vergiftete Geschenk“ deutete an, dass kostbare Geschenke auch eine Kehrseite haben können. Die ungewöhnliche Stuhl-Performance „Vjaje a Jerusalén“, bei der ein vierköpfiges Ensemble nebst Tubisten Stühle über die Bühne bewegte und damit das bekannte Kinderspiel etwas uminterpretierte, ließ einige Besucher etwas ratlos zurück. Eine besondere Atmosphäre schufen die Chorschola der Domsingschule und Saxophonist Heribert Leuchter. Die mittelalterlichen Mönchsgesänge, ergänzt und begleitet von Leuchters Spiel, schufen eine fast meditative Atmosphäre auf der großen Bühne. Das Publikum durfte dabei nicht nur auf den Rängen Platz nehmen, sondern sich auch direkt auf die Bühne setzen und so die Darbietung hautnah mitverfolgen.

Auf dem zweiten Rang stampfte und puckerte es beim Projekt der „Raumzeitpiraten“. Mit ihren Klangprojektoren schufen die Künstler besondere Objekte – Töne und Lichtprojektionen. Für ihren Beitrag arbeiteten die Künstler außerdem mit Schülern der Herzogenrather Roda-Schule zusammen. In zwei Tagen entstanden zwei Schattenspiele, die die Kinder selbst zeichneten und ausschnitten. Ebenfalls mit Klängen experimentierte Tobias Hagedorn bei seiner Vektorenreise. Per Joystick konnten Besucher ihren eigenen Weg durch eine Klangwelt steuern. Vier Projekte von Studierenden des Fachbereichs Gestaltung der FH münsteten derweil im Programm „Turntable Elephant“ im Spiegelfoyer. „Analoges VJ-ing“ nannte Professorin Ilka Helmig das Projekt. Auf Plattentellern stellten die Studierenden ihre Kunst dar. Parallel dazu lieferte DJ Raphael Hofman Musik.

Geheimnis gelüftet

Alle Projekte sollten die Reise des Elefanten darstellen und gingen dabei von der sehr abstrakten Umsetzung der Bewegung bis hin zur gegenständlichen Reise in verschiedenen Trickfilmtechniken vor. Dabei nutzten die Studierenden auch eine alte Tricktechnik, die den Stroboskop-Effekt des Plattenspielers nutzt und so bewegte Bilder entstehen lässt. Das anspruchsvolle und vielseitige Projekt erhielt viel Applaus. Und auch das Geheimnis um die Kiste, die drei Tage auf dem Theatervorplatz für die Nacht warb, wurde gelüftet. Der Inhalt: natürlich ein Elefant – aus Plastik.

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