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Absolventen der Theaterschule: Mit Shakespeare in den Endspurt

Von: Julia Gröbbels
Letzte Aktualisierung:
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Von der Schule auf die Bühne: Die Absolventen der Theaterschule Aachen zeigen in "Der Sturm", was sie gelernt haben. Foto: Bauer

Aachen. Nach einem Sturm landet Antonio, Herzog von Mailand, mit seiner Entourage auf einer Insel. Dort lebt seit zwölf Jahren Prospero, sein Bruder und ehemals Herzog, seit er von den nun Gestrandeten entmachtet und im Meer ausgesetzt worden ist.

Die Insel ist Prosperos Herrschaftsbereich. Hier gebietet er über den Luftgeist Ariel, den Autochthonen Caliban und nicht zuletzt über seine Tochter Miranda. Das Wiedersehen reißt alte Wunden auf.

Bereits in dieser kurzen Zusammenfassung von William Shakespeares „Der Sturm“ lässt sich erahnen, welch komplexes, märchenhaftes und anspruchsvolles Stück sich die fünf künftigen Absolventen der Theaterschule, Diana Margolina, Philip Zeevaert, Fabio Rocchio, Belma Turan und Xenia Wolfgramm, als Abschlussstück ausgesucht haben.

„Obwohl sowohl das Setting als auch die Figuren sehr märchenhaft anmuten, sind die Konflikte auch in unserer Zeit noch von höchster Brisanz“, so der Regisseur Hanfried Schüttler. So seien es Konflikte zwischen Liebe und Macht, zwischen herrschen und beherrscht werden, die dem 1611 uraufgeführten Stück nach über 400 Jahren noch Aktualität verleihen. Dabei habe man bewusst auf eine Modernisierung verzichtet.

„Wir haben uns das Stück aber auch ausgesucht, damit jeder gleichermaßen sein Talent unter Beweis stellen kann“, so Fabio Rocchio. Die Mehrfachbesetzung der Nachwuchs-Schauspieler, die teils in drei Rollen schlüpfen, stellt neben der anspruchsvollen Sprache Shakespeares eine weitere Herausforderung dar.

Für die Absolventen der Theaterschule hat das Abschlussstück neben seiner Brisanz auch eine ganz persönliche emotionale Bedeutung, denn es bildet den Übergang zwischen ihrer vierjährigen Ausbildung in der Theaterschule und dem Eintritt in die Arbeitswelt. „In den letzten Jahren sind wir sehr zusammengewachsen und zu einer richtigen Familie geworden. Wir hoffen, dass uns dieser Zusammenhalt und dieses Selbstbewusstsein auch in Zukunft helfen werden“, so Belma Turan.

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