Abschied: „Chairs“ packt die Stühle am Elisenbrunnen ein

Von: re
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Noble Adresse am Elisenbrunnen: Herbert Lembke öffnet sein Bistro „Chairs“ am Aschermittwoch zum letzten Mal. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Nach 163 Monaten ist am Aschermittwoch alles vorbei – jedenfalls für das Restaurant „Chairs“ von Herbert und Rita Lembke. Der 61-Jährige zieht nach rund 14 Jahren aus gesundheitlichen Gründen einen Schlussstrich unter seine gastronomische Karriere, die vor Jahrzehnten mit einer Lehre im Aachener Quellenhof begonnen hatte.

„Ich bin froh, in all den Jahren nicht nur viele zufriedene Kunden, sondern echte Freunde gewonnen zu haben“, sagt Lembke. Etwa 80 Prozent seiner Gäste seien Stammkunden gewesen. Und dieses Publikum habe sein – damals durchaus nicht übliches – gastronomisches Konzept auf den zwei Etagen hinter der Glasfassade am Friedrich-Wilhelm-Platz 12 überzeugt.

„Die meisten Experten waren damals mehr als skeptisch, als ich in meinem Bistro kein Fassbier anbieten wollte“, erinnert sich Lembke. Vermisst hat dies offenbar niemand. Über all die Jahre ist der Gastronom seinem so simplen wie erfolgreichen Konzept treu geblieben: „Fisch, Fleisch, Pasta – jede Woche etwas Neues, mehr nicht“, sagt er.

Edle Tropfen gab es natürlich trotzdem: Champagner und Weine, dazu über Jahre vermutlich tonnenweise Austern. „Dies hat ein niveauvolles Publikum angezogen; und auch darauf bin ich stolz“, erklärt der „Chairs“-Chef.

Über die kommenden Karnevalstage dürften seine 50 Sitzplätze mit dem Blick auf den Elisenbrunnen noch einmal besonders stark frequentiert werden. Viele Gäste werden sich persönlich verabschieden wollen. „Ich gehe deswegen natürlich auch mit einem weinenden Auge“, sagt der immer freundliche Gastwirt.

Und fügt hinzu: „Die schönen Gespräche mit meinen Gästen werden mir fehlen, genauso wie der einzigartige, wirklich fantastische Blick auf den Elisenbrunnen.“ Kaum vermissen wir er hingegen die vielen Monate Baustellenzeit direkt vor seiner Bistrotüre, als zuletzt die Hartmannstraße wegen „nicht enden wollender Tiefbauarbeiten“ gesperrt war.

„Wer da vorher keine ausreichenden Rücklagen gebildet hat, wird durch sowas ruiniert“, stellt Lembke fest. Er hat immer vorausschauend gearbeitet – bis zum Schluss, „nach 14 Jahren ohne irgendwelche Skandale“, wie der angehende Pensionär betont.

In Kürze will er mit seiner Frau Rita zurück in seine Heimat Hamburg ziehen, wo seine Tochter bereits seit einigen Jahren lebt und arbeitet. Im dann ehemaligen „Chairs“ eröffnet ab April die Salatmanufaktur-Kette „dean & david“ eine Imbiss-Filiale.

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