Abrissbagger erreichen die Adalbertstraße

Von: Oliver Schmetz
Letzte Aktualisierung:
abrissbild
Ungewohnter Blickwinkel: „Philipp-Leisten”, wie alteingesessene Aachener den Flachbau an der Ecke Adalbertsberg nannten, ist verschwunden. Weitere Häuser an der unteren Adalbertstraße sollen in den nächsten Wochen folgen. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Das Zeichen dafür, dass es auf Aachens größter Langzeitbaustelle jetzt wieder vorangeht, fällt alteingesessenen Aachenern sofort ins Auge: Der Flachbau an der Ecke Adalbertstraße/Adalbertsberg - im Volksmund als „Philipp-Leisten” bekannt - ist weg.

Der Abrissbagger hat kurzen Prozess gemacht, und er wird sich in den nächsten Tagen und Wochen Haus um Haus weiter durch die untere Adalbertstraße arbeiten. „Bis auf drei Gebäude, deren Grundstücke aber auch nicht zum Bebauungsplangebiet gehören, werden auf der einen Straßenseite alle Gebäude abgerissen”, sagt Herbert Diercke für den Bauherrn der Kaiserplatz-Galerie, die Projektentwicklungsgesellschaft Adalbertstraße (PEA).

Eröffnung im Jahr 2013?

Gemeint ist die von „Philipp-Leisten” aus gesehene rechte Seite, an der entlang sich künftig der glitzernd-gläserne Shoppingpalast erstrecken soll. Eingegrenzt hatten die Macher des 240-Millionen-Euro-Projekts dieses „künftig” zuletzt auf das Jahr 2013 - nachdem zuvor bereits mehrere Zeitpläne auf der riesigen Baustelle im Herzen der Stadt begraben werden mussten. Nicht zuletzt die Finanzkrise, so betonte Professor Hans Kahlen als Vater des Projekts mehrfach, hatte das Vorhaben zuletzt ausgebremst. Mit einer weiteren Verzögerung rechnet man derweil aber offenbar nicht: „An dem Termin 2013 als Eröffnungsjahr halten wir fest”, bekräftigt Diercke.

Die Abrissarbeiten in der Adalbertstraße werden indes einige Zeit in Anspruch nehmen. Denn die letzten Geschäfte in der schon lange von vielen Leerständen geprägten früheren Flaniermeile ziehen auf der Galerie-Seite erst Ende März aus. Auch gibt es laut Diercke noch einen Wohnungsmieter, dessen Auszug abgewartet werden muss. Deshalb wird der Abriss wohl schrittweise - Haus um Haus - erfolgen. Parallel dazu soll die Baugrube vorbereitet werden. Dazu wird eine Einfassung aus mächtigen Betonbohrpfählen gefertigt: 18 Meter lang sind die einzelnen Elemente, die dazu im Boden versenkt werden, ihr Durchmesser beträgt rund 100 Zentimeter. Losgehen soll es in Kürze, den Auftrag für diesen sogenannten „Verbau” habe man im Januar vergeben, sagt Diercke. Dauern werde das Ganze allerdings etwas: „Das ist ein sehr aufwändiges Verfahren, das viele Monate in Anspruch nehmen wird.” Dafür soll aber auch der Nutzen groß sein. Die Betonpfähle sollen die Grube stabilisieren, die Nachbarbebauung schützen, das Wasser aus der Grube fernhalten, aber auch eine Beeinträchtigung von Thermalwasserbereichen verhindern. Die seien zwar ein Stück entfernt, sagt Diercke, „aber da wollen wir keinerlei Risiko eingehen”.

Weiteres Projekt im Blick

Die drei eingangs erwähnten Gebäude, die auf der Galerie-Seite der unteren Adalbertstraße künftig eine Altbau-Enklave in der neuen Glitzerfront bilden könnten, hat man im Übrigen immer noch im Visier. „Wir führen weiterhin Verhandlungen mit den Eigentümern und möchten diese Grundstücke ebenfalls erwerben”, bestätigt der PEA-Projektmanager. Dieses Areal müsse aber nicht zwangsläufig für eine spätere Erweiterung der Kaiserplatz-Galerie verwendet werden. Es sei auch denkbar, so Diercke, die Fassade der Galerie mit einem „eigenständigen Projekt” optisch zu ergänzen.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert