Abrissarbeiten beginnen: „Blue Gate“ öffnet den Baggern das Tor

Von: Oliver Schmetz
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Projektleiter Marcus Hientzsch rechnet damit, dass das Großprojekt „Blue Gate“ binnen zwei Jahren gebaut werden kann. Foto: Michael Jaspers
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Blick auf die künftige Baustelle: Zwischen Hauptbahnhof und Burtscheider Brücke rücken nächste Woche die Bagger an. Foto: Michael Jaspers
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Am Drosselweg errichten die Investoren außerdem 46 Sozialwohnungen. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Was lange währt, wird endlich... Nun ja, ob es wirklich gut wird, kann man vom Großprojekt „Blue Gate“ direkt neben dem Aachener Hauptbahnhof schlicht und einfach noch nicht sagen. Aber immerhin geht es jetzt endlich mal los: Nach einem jahrelangen und zwischenzeitlich ausgesprochen schwierigen Planverfahren sollen in der nächsten Woche die Bagger anrücken.

Dann beginnen die Abrissarbeiten auf dem gut 10.000 Quadratmeter großen Grundstück zwischen Bahnhof, Bahngleisen, Burtscheider Brücke und Zollamtstraße. Und das Ende der Bauarbeiten hat „Blue Gate“-Projektleiter Marcus Hientzsch auch schon im Blick. Gegen Ende September 2018 sollen auf jeden Fall die zwei Gebäude mit den Studentenappartements bezugsfertig sein – „pünktlich zum Beginn des Wintersemesters“, so Hientzsch.

Neben den 300 Studentenbuden soll an der Ecke zur Burtscheider Straße hin ein Holiday-Inn-Expresshotel mit 160 Zimmern entstehen. Auf der anderen Seite, zum Hauptbahnhof hin, sollen in zwei Gebäuden 6000 Quadratmeter Büroflächen geschaffen werden. Im Erdgeschoss der Wohn- und Bürogebäude sind 5600 Quadratmeter für Einzelhandel, Gastronomie und Serviceangebote vorgesehen.

In den vergangenen Jahren hatte das 70-Millionen-Euro-Projekt, das nun durchstarten soll, mehrfach am seidenen Faden gehangen. Zuletzt gab es heftige politische Diskussionen über die architektonische Ausgestaltung, die Fassaden, die Gebäudehöhen, die Verkehrsführung und vieles mehr. Etliches wurde nachgebessert.

„Es war ein nicht ganz einfacher Prozess, aber jetzt haben wir eine Lösung, mit der alle sehr gut leben können“, sagt Aachens Planungsdezernent Werner Wingenfeld. Das sieht auch Hientzsch so und bringt das Erreichte mit der Formel „langer Weg, guter Kompromiss, schönes Projekt“ auf einen knappen Nenner.

Bevor das „Schöne“ gebaut werden kann, öffnet „Blue Gate“ aber erst einmal den Abrissbaggern das Tor – was Dreck, Lärm und die eine oder andere Verkehrsbehinderung mit sich bringen wird. Bei den Abbrucharbeiten werde jedoch von nächste Woche an bis Weihnachten die Zahl der an- und abfahrenden Lkw noch „überschaubar“ bleiben, so der Projektleiter. Größere Belästigungen seien erst mit dem Aushub der Baugrube im kommenden Jahr zu erwarten.

„Es wird nicht ohne Beeinträchtigungen gehen“, sagt auch Heike Ernst von der Aachener Straßenverkehrsbehörde. An einigen Tagen im Dezember werde man den Gehweg an der Burtscheider Straße sperren müssen, außerdem fallen mit der Errichtung des Bauzauns zwölf bis 15 Parkplätze in der Zollamtstraße weg. Der Zweirichtungsverkehr soll dort, wo pro Tag im Schnitt rund 3000 Fahrzeuge gezählt werden, aber auch während der Bauzeit aufrechterhalten werden, unterstreicht Uwe Müller vom städtischen Verkehrsmanagement.

Apropos Parkplätze: Das Parken in der alten Halle auf der Bahnhofsbrache ist bereits tabu. Etwa 200 Stellplätze sind so mit einem Schlag verschwunden, worin Apag-Geschäftsführer Herbert Sliwinski jedoch kein Problem sieht. Zum einen sei das Areal meist nur zur Hälfte belegt gewesen, zum anderen stünden im benachbarten Parkhaus unter dem Verwaltungsgebäude Lagerhausstraße genügend Parkplätze zur Verfügung. Sliwinski: „Das ist schließlich selbst in der Vorweihnachtszeit nicht ausgelastet.“

In der Vorweihnachtszeit 2018 soll dann nicht nur „Blue Gate“ alle seine Tore geöffnet haben, sondern auch an anderer Stelle in Aachen Neues entstanden sein. Zu den Auflagen, die den Investoren gestellt wurden, gehört auch der Bau von Sozialwohnungen. Diese sollen an anderer Stelle entstehen: Am Drosselweg in Forst werde man 46 öffentlich geförderte Wohneinheiten errichten, sagt Hientzsch. „Und dort werden wir wohl früher fertig sein als am Bahnhof.“

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