Aachen - Abriss-Bagger rollen bald Richtung Büchel

Abriss-Bagger rollen bald Richtung Büchel

Von: Matthias Hinrichs
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Aachen. Jahrelang wurde diskutiert, verhandelt, verworfen, geplant und umgeplant - jetzt endlich stehen (fast) alle Signale auf Grün: Vor wenigen Tagen hat die Strabag das Parkhaus am Büchel von der Apag erworben.

Der Weg zur Realisierung der viel beschriebenen „Beletage” im Herzen der City ist damit geebnet, betonte Rainer Maria Schäfer, Prokurist beim Kölner Großinvestor, am Donnerstag. „Wenn alles glatt läuft, können wir in der zweiten Jahreshälfte mit dem Abriss des Parkhauses beginnen.”

Betten statt Blech soll die Losung unter anderem lauten, wenn der alles andere als pittoreske Betonklotz mit seinen 580 Stellplätzen verschwunden ist. Denn wie berichtet wird die sogenannte Beletage nach den jüngsten Plänen für ein Hotel reserviert. Auf drei Stockwerken soll das Zwei-Sterne-Haus mit bis zu 125 Schlafplätzen eingerichtet werden. Die Verträge mit einem Logis-Anbieter „bester Bonität und Auslastung” seien unter Dach und Fach, so Schäfer.

Bereits vor Jahresfrist hatte die Strabag bekanntlich das ursprüngliche Vorhaben zur Schaffung eines reinen Shopping-Centers ad acta gelegt - und damit die ehedem brandheiße Diskussion um die Verkehrsführung im Herzen der City vorläufig erheblich entschärft. Lediglich im Parterre des Neubaus soll nun eine Ladenzeile entstehen, die Platz für ein halbes Dutzend Geschäfte sowie zwei bis drei Gastronomiebetriebe bietet.

Auch in Bezug auf Letztere gebe es bereits höchst attraktive Offerten, unterstreicht Schäfer. „Wir legen großen Wert darauf, dass dort durchweg Angebote aus dem gehobenen Segment vertreten sein werden.” Nun sei die Stadt am Zuge, den längst formulierten Erwartungen Rechnung zu tragen.

Laut Vertrag muss die Apag ihr nach wie vor bestens frequentiertes Objekt binnen zwei Monaten räumen, bevor die Bagger am Büchel anrollen, berichtete deren Sprecherin Anne Linden. Zwar dürfte es der städtischen Gesellschaft nicht gerade leicht gefallen sein, sich von der hauseigenen „Goldgrube” zu trennen. Kapazitäten gebe es mit rund 1000 Stellplätzen im Apag-Objekt an der Wirichsbongardstraße allerdings genügend, betont Linden. Und: Unabhängig davon, ob und wie die Galerie-Pläne am Kaiserplatz realisiert würden, seien auch dort weitere 600 Parkplätze vorgesehen.

Denn auch von den Plänen zur Schaffung von immerhin 136 Kurzzeitstellplätzen hatte die Strabag im Zuge der Hotel-Option Abstand genommen; eine neue Tiefgarage am Büchel mit bis zu 125 Stellplätzen soll Langzeitparkern vorbehalten bleiben. Schäfer: „Wir sind daher sehr zuversichtlich, dass zumindest der Bereich unmittelbar vor dem Neubau Fußgängerzone wird.” Eine attraktive Verbindung fürs Flanieren zwischen Dahmengraben und Markt müsse in jedem Fall gewährleistet sein.

Wie diese im Einzelnen gestaltet wird, bleibt indes abzuwarten. Planungsdezernentin Gisela Nacken zeigte sich am Donnerstag freilich erleichtert, dass der Knoten in Sachen Büchel-Planung im Wesentlichen durchschlagen ist. „Wir sehen dem Bauantrag mit Freuden entgegen”, sagte sie. Dann aber sei es an der Politik zu klären, wie vor allem der Liefer- und Ladeverkehr, insbesondere mit Blick auf die Geschäfte in der Mefferdatisstraße, geregelt werde. Derzeit spreche „wohl mehr dafür, den Büchel zum verkehrsberuhigten Bereich zu machen”.

„Wir freuen uns jetzt erst einmal, dass das Vorhaben endlich realisiert werden kann”, gab sich auch Harald Baal, CDU-Fraktionschef im Rat und Vorsitzender des Planungsausschusses, diplomatisch. Jetzt gelte es, das Konzept des niederländischen Architekturbüros Benthem/Crouwel für den Neubau zu prüfen.

Eine weitere Fußgängerzone, ein „Shared space” oder eine „konventionelle” Verkehrsberuhigung seien gleichermaßen denkbar. „Ich bin sicher, dass wir eine Lösung finden, die der Qualität des neuen Objekts Rechnung trägt”, sagte Baal. Unabhängig davon halte die Politik in jedem Fall am Ziel fest, den Durchgangsverkehr über den Büchel komplett zu verbannen.
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