Aachen - Abitur am Berufskolleg: Das Interesse steigt

Abitur am Berufskolleg: Das Interesse steigt

Von: Thorsten Karbach
Letzte Aktualisierung:

Aachen. Christoph Arzt kennt die verwunderten Blicke, wenn er von der Gymnasialen Oberstufe an der Mies-van-der-Rohe-Schule berichtet.

Dort kann man doch nur die Fachhochschulreife erwerben, glauben die Leute. Arzt, Leiter des beruflichen Gymnasiums an der Mies-van-der-Rohe-Schule, hat tausende Male erklärt, dass es nicht so ist.

Jetzt fragt er: „Wieso soll jemand, der Englisch im Leistungskurs hatte, Maschinenbau studieren dürfen, aber jemand, der Maschinenbau im Leistungskurs hatte, nicht Englisch studieren?” Es gibt keinen Grund.

Und an den Berufskollegs mit Gymnasialer Oberstufe (GOSt) können entsprechend alle Schüler die Allgemeine Hochschulreife (Abitur) erwerben - und anschließend studieren, was sie wollen oder eben eine Ausbildung beginnen.

Inmitten der großen „Apparate” Berufskollegs sind die Gymnasialen Oberstufen (drei Jahre) ein kleiner, aber feiner Baustein. Etwa am Berufskolleg Wirtschaft und Verwaltung in der Lothringer Straße. 2500 Schüler gibt es hier, 50 sind im vergangenen Sommer in die GOSt gestartet.

Die Zahlen an der Mies-van-der-Rohe-Schule und dem Käthe-Kollwitz-Berufskolleg sind vergleichbar. Noch, denn eine Tendenz zeichnet sich ab: Es werden mehr werden, die an einem Berufskolleg das Abitur anpeilen.

Die Umstellung auf Abitur in acht Jahren am Gymnasium hat die Schullandschaft verändert, vor allem der Übergang von Haupt- und Realschulen auf Gymnasien wird schwerer und schwerer. Auch die Gymnasiasten müssen sich an das neue Tempo zum Turbo-Abitur gewöhnen.

Zwar stellen sich die Schulen auf die Veränderung mehr und mehr ein, die Berufskollegs rechnen dennoch mit Zulauf. Und aus dem Landesministerium wird der politische Wille laut, dass in naher Zukunft ein Drittel aller Abiturienten von einem beruflichen Gymnasium kommt.
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