Aachen - Abgewirtschafteter „Stairs“-Palast verkauft

Abgewirtschafteter „Stairs“-Palast verkauft

Von: Robert Esser
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Kein Disko-Betrieb mehr: Der neue Eigentümer des historischen Reichsbankbaus an der Theaterstraße 17 setzt auf Qualität.

Aachen. Das prächtige Gebäude an der Theaterstraße 17 – im Jahr 1888 von der Deutschen Reichsbank errichtet, 1998 als Café Roncalli aufpoliert und dann jahrelang als „Nachtgalerie“ und „Stairs“ heruntergewirtschaftet – ist endlich wieder in Aachener Hand.

Der Unternehmer (und Senator des Aachener Karnevalsvereins) Jürgen Schmitter hat den historischen Prunkbau nach zweijährigen Verhandlungen aus dem Besitz eines amerikanischen Immobilienfonds herausgekauft.

„Wir sind stolz, dass es endlich geklappt hat“, bestätigte Schmitter am Donnerstag entsprechende AZ-Informationen. „Der Niedergang dieses Schmuckstücks musste aufgehalten werden.“ Schmitter übernahm auch das Nachbargebäude mit der Hausnummer 19. Dort war bislang die Santander-Bank beheimatet. Sie zieht an den Theaterplatz um.

Das von Bernhard Paul vor 16 Jahren für angeblich rund sechs Millionen Euro eingerichtete Café Roncalli im Hochparterre der Hausnummer 17 war bereits 2001 wieder geschlossen worden. Danach versuchten reihenweise Gastronomen und Eventveranstalter, die Lokalität auf Erfolgskurs zu bringen – alle erfolglos. In den vergangenen Jahren machte das „Stairs“ – eigentlich eine „Speisegaststätte mit gelegentlichen Tanzveranstaltungen“ – nur noch durch ausschweifende Partys bis in den frühen Morgen Schlagzeilen. Ende August 2013 verließ der letzte Betreiber die 1000 Quadratmeter große Gastronomiefläche. Immer wieder hatte es Ärger mit dem Ordnungsamt und der Bauaufsicht wegen unvollständiger Konzessionierung, nicht eingehaltenen Bauvorschriften und Lärmbelästigungen vor der Türe gegeben.

Damit soll Schluss sein. „Eine Art Diskothekenbetrieb kommt für uns niemals in Frage“, betonte Schmitter. Das Haus sei dadurch in einem „desolaten, geradezu katastrophalen Zustand“. Bis Ende März sollen die Räume wieder in stilvoller Atmosphäre glänzen, soll die defekte Haustechnik saniert sein.

Was danach in dem Gastro-Palast passiert, ist völlig offen. „Wir suchen gerade das Gespräch mit der Kleinkunstszene, aber auch anderen Veranstaltern, um ein tragfähiges Konzept für diese wundervolle Immobilie zu finden“, sagte der neue Eigentümer. Eile treibt ihn nicht. Schmitter: „Hauptsache, Aachen profitiert endlich von dieser einzigartigen Adresse.“

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