Aachen - „Abenteuer Straße“: Verkehrserziehung für Flüchtlinge

„Abenteuer Straße“: Verkehrserziehung für Flüchtlinge

Von: Marie Eckert
Letzte Aktualisierung:
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Verkehrsunterricht für Flüchtlinge: Stephanie Küpper und Julian Godfrey bringen den jungen Menschen Sicherheitsregeln bei. Foto: Harald Krömer

Aachen. Rechts vor links, Vorfahrt gewähren, Einbahnstraße, Sackgasse – es gibt unzählige Verkehrsregeln und -zeichen, die Rad- und Autofahrer parat haben sollten. In den Grundschulen gibt’s daher ab der 1. Klasse Verkehrserziehung und auch Fahrradtraining, um den Schulweg gefahrlos meistern zu können.

In Aachen heißt die Kampagne der Stadt „FahrRad in Aachen“ und wird seit kurzem auch in den Internationalen Förderklassen von fünf Aachener Schulen angeboten.

Drei Mal für je zwei Stunden kommt Dr. Stephanie Küpper, Projektleiterin der Kampagne „FahrRad in Aachen“, in die Schulen. Dabei geht es einerseits um den Sicherheitsaspekt wie die Lichtpflicht, den Fahrradhelm oder den toten Winkel, andererseits um die Verkehrsschilder und -regeln. Hilfe bekommt sie dabei von Ehrenamtlichen der Caritas wie zum Beispiel Julian Godfrey. Er ist fertig mit seinem Wirtschaftsingenieur-Studium an der RWTH und nun auf dem Weg ins Berufsleben – die Zeit dazwischen will er, wie er sagte, mit dem Ehrenamt füllen. Ist der Theorieteil geschafft, gibt es einen Abschlusstest für die Schüler, und danach geht es raus in die Praxis.

Momentan nehmen die Käthe-Kollwitz-Schule, das Berufskolleg für Gestaltung und Technik an der Neuköllnstraße, das Couven-Gymnasium, die Heinrich-Heine-Gesamtschule und das Paul-Julius-Reuter-Berufskolleg am Angebot teil. In letzterem gehen 18 Schüler in die Internationale Förderklasse, die meisten sind Flüchtlinge aus Afrika, Syrien, Afghanistan, dem Iran und dem Irak. „Die Verständigung ist schwierig, da es nicht nur die Sprachbarriere gibt, sondern auch eine Verständnisbarriere“, erklärte Küpper. „Die Vorstellung davon, wie die Verkehrsregeln funktionieren, ist für viele in der Klasse nicht ganz einfach.“

Um dem entgegenzuwirken, hat Küpper mehr Praxis in die Theoriestunden eingebaut – Verkehrsregeln zum Anfassen und Darstellen also, zum Beispiel mit Filmen und Rollenspielen. Da wird mitten im Klassenzimmer mithilfe von Kreppband eine Kreuzung auf den Teppich gezeichnet. Wenn dann vier Schüler an dieser Kreuzung stehen, einer mit einem „Vorfahrt gewähren“-Schild, entstehen schnell angeregte Diskussionen, wer denn nun zuerst „fahren“ darf. Das Angebot richtet sich an alle Internationalen Förderklassen an weiterführenden Schulen und Berufsschulen. Außerdem gibt es einen vertieften Verkehrsunterricht und Radfahrtraining für die 5. und 6. Klassen.

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