Abenteuer auf den Spuren eines Aussteigers

Von: Kathrin Albrecht
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„End of the Road“: Am Ende der Straße finden die jungen Schauspieler auch Erkenntnisse über sich selbst. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Christopher Johnson McCandless ist 22 Jahre alt, als er kurz nach seinem Abschluss seine gesamten Ersparnissse spendet und mit geringsten Mitteln nach Alaska auswandert. „Ich will nach Alaska. Ohne beschissene Uhr, keine blöden Karten oder Navigation. Ich will einfach nur da sein.“

McCandless wird zu Alexander Supertramp. Seine Geschichte wird nach der Veröffentlichung des Buches „Into the Wild“ und der gleichnamigen Verfilmung zum Kult. Geschwächt durch eine Vergiftung, stirbt McCandless in der Wildnis Alaskas an Entkräftung. Der Bus, in dem er die letzten Tage verbrachte, wird zu einer Art Wallfahrtsstätte für jugendliche Aussteiger.

Für das Theaterprojekt „End oft he Road“ beschäftigten sich 13 Jugendliche des Jugendclubs „Teens II“ vom Das Da Theater mit der Geschichte des jungen Abenteurers. Was veranlasst einen jungen Menschen, alles hinter sich zu lassen und auszusteigen? War McCandless’ Entscheidung mutig, wegweisend, oder war er einfach nur naiv? Führte seine Naivität nicht schließlich zum Tod?

Dies sind Fragen, die das Stück geschickt aufgreift. Die Jugendlichen Sophia, Clara und Anton verabreden sich zum gemeinsamen Aussteigen im Internet. Ziel ist der legendäre „Magic Bus“ von Ale-xander Supertramp. Wie er haben sie genug von der oberflächlichen Gesellschaft. Sie wollen seiner Spur folgen. Doch sie merken, dass der romantische Traum von der absoluten Freiheit gar nicht so leicht zu verwirklichen ist.

Kurze, schnell aufeinanderfolgende Szenen erzählen die Handlung des gut einstündigen Stücks. Bei der Entwicklung wurden die 15- bis 17-jährigen Darsteller unterstützt von der Theaterpädagogin Tanja Meurens. „Tanja hatte uns das Thema vorgeschlagen, und die Idee gefiel uns“, erzählt Niklas Hoß über die Entstehung des Projektes.

Viel haben sich die Jugendlichen bei der Umsetzung einfallen lassen. Filmsequenzen, Tanz und sogar das Kinderspiel „Ich packe meinen Koffer“ sind in die Handlung eingeflossen. Mit dem Thema konnten sich die meisten Darsteller sofort identifizieren, erzählt Maria Hübsch: „Wir sind ja selbst in einem Alter, in denen wir uns in einer Art Auf- oder Umbruch befinden.“ Niklas ergänzt: „Wir haben das Gefühl, jetzt werden für unser Leben bestimmte Weichen gestellt, und jeder von uns geht damit anders um.“

Wäre Aussteigen für die Darsteller eine Option? „Nikals beantwortet das mit einem klaren Nein. Auch Elena Siewert, die die Sophia spielt, sieht das nicht als Lösung: „Einfach aussteigen ist nicht so einfach. Es gibt in unserem Leben schon verschiedene Dinge, an die man sich gewöhnt hat.“ Das zeigt auch eine Szene im Stück. „Ich vermisse die Lasagne meiner Mutter. Ich habe sie so bereitwillig aufgegeben. Jetzt würde ich alles dafür geben“, sagt Clara im Stück nach ein paar Tagen in der Wildnis. Doch die Geschichte endet nicht so tragisch wie die ihres Idols. Anders als Alexander Supertramp kappen die drei nicht jede Verbindung zur Zivilisation.

„End oft he Road“ ist die zweite Arbeit des Jugendclubs, der seit zwei Jahren zusammenarbeitet. „Wir haben das Gefühl, dass wir uns sehr gesteigert haben“, erzählt Maria. Weitere Vorstellungen sind nicht geplant. Aber vielleicht gibt es im kommenden Jahr ein neues, ebenso einfallsreich umgesetztes Projekt wie „End oft he Road“.

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