Kornelimünster - Ab Sommer alles dicht am Napoleonsberg?

Ab Sommer alles dicht am Napoleonsberg?

Von: Matthias Hinrichs
Letzte Aktualisierung:
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Der Napoleonsberg in Kornelimünster gilt als Hauptverkehrsstraße von berörtlicher Bedeutung. Eine mehrmonatige Vollsperrung der Ortsdurchfahrt würde für Chaos sorgen, befürchten die Politiker. Foto:Harald Krömer

Kornelimünster. Noch stricken die Planer mit Hochdruck am konkreten Fahrplan fürs Millionenprojekt im Herzen von Kornelimünster. So viel allerdings ist klar: Munter fließen wird dort – voraussichtlich ab Sommer oder Herbst 2018 – allenfalls noch das Wasser im Bett der Inde.

Denn fest steht ferner, dass auf der viel strapazierten Verkehrsachse namens Napoleonsberg mindestens 13 Monate lang wenig bis nichts gehen – respektive fahren – wird: An einer umfassenden Sanierung der knapp zehn Meter hohen Stützmauer zwischen Ortsdurchfahrt und Indeufer führt kein Weg vorbei, wie die Verwaltung unlängst in der Bezirksvertretung und nun auch im Mobilitätsausschuss des Rates berichtete. Dass sich die Maßnahme ohne Vollsperrungen realisieren lässt, erscheint zurzeit eher unwahrscheinlich.

Denn bislang stellt die L233 im Ortskern zumindest für Fußgänger und Radfahrer ein veritables Nadelöhr dar. Das soll sich ändern – eigentlich. Das Dilemma: Mit der maroden Mauer muss auch die mächtige Stahlbetonplatte erneuert werden, welche die Fahrbahn am Bachufer stützt und ein Stück über die Mauer hinweg ragt. Das Konstrukt ist durch etliche Bohrpfähle im Boden verankert.

Geplant ist jetzt, das neue Fundament so zu implementieren, dass zur Inde hin ein 2,50 Meter breiter kombinierter Fuß- und Radweg angelegt werden kann. Das aber würde bedeuten, dass die L233 zwischen Steinkaulplatz und Einmündung zum Korneliusmarkt mindestens sieben Monate lang komplett gesperrt werden müsste. Deshalb wollen die Ratspolitiker das Projekt noch einmal fraktionsübergreifend diskutieren, obwohl der Planungsauftrag an das Aachener Büro Kempen Krause Ingenieure längst erteilt ist.

Montage der neuen Stahlplatte

Rund drei Monate sind indes allein für den Abbruch der alten sogenannten Kragenplatte veranschlagt – auch in dieser Zeit wäre eine Vollsperrung laut Verwaltung nur unter äußersten Schwierigkeiten zu verhindern, da die Abrissarbeiten zwangsläufig viel Platz in Anspruch nähmen. Die Sanierung der Stützwand würde sodann etwa vier Monate dauern. In dieser Zeit könnte der Verkehr immerhin einspurig an der Baustelle vorbeigeführt werden. Weitere sieben Monate sind für die Montage der neuen Stahlplatte veranschlagt – immer unter der Voraussetzung, dass die Archäologen den Ingenieuren nicht einen Strich durch die Rechnung machen.

Denn es ist nicht auszuschließen, dass bedeutende Bodenfunde zutage treten. Eine Vollsperrung ließe sich nur verhindern, wenn die neue Bodenplatte im Prinzip nicht breiter angelegt wird als die bestehende. In diesem Fall wäre die Schaffung eines neuen Radwegs aber nicht möglich, betonte Regina Poth, städtische Abteilungsleiterin für Straßenbau – und plädierte mit Nachdruck dafür, an den bestehenden Plänen festzuhalten. Schließlich sei das „Mindesthaltbarkeitsdatum“ für das Bauwerk auf 50 bis 70 Jahre veranschlagt.

Dennoch beschlossen die Politiker einmütig, die vertrackte Causa noch einmal gemeinsam zu erörtern, bevor in Kornelimünster weitere Fakten geschaffen werden. Denn auch eine Umleitung des Blechs – inklusive ÖPNV – lasse sich, nicht zuletzt zulasten der örtlichen Schulen, eben nur über alternative Routen weitab des Ortskerns realisieren. Und: „Die Geschäfte im unteren Ortsteil wären insgesamt zehn Monate lang komplett abgeschnitten – wir müssen alles tun, um das zu verhindern“, sagte Eleonore Keller, SPD-Ratsfrau aus dem Südraum.

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