Ab Sommer: 16 Monate Ausnahmezustand in Haaren

Von: Stephan Mohne
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Vorbote einer „harten Zeit für Haaren“: Im Sommer wird der Kanal in der oberen Alt-Haarener-Straße saniert. Die Hauptverkehrsachse wird zwischen Frieden- und Bogenstraße einige Monate sogar komplett gesperrt. Umleitungen führen dann täglich tausende Autos, Lkw und Busse durch Wohngebiete und enge Straßen. Foto: Michael Jaspers

Aachen. In Haaren bricht regelmäßig der Verkehr zusammen, wenn nur schon ein Wagen ein paar Minuten in „zweiter Reihe“ hält. Eng ist sie halt, die Alt-Haarener-Straße als Hautpverkehrsachse.

Und dennoch ist sie eine der wichtigsten Ein- und Ausfallstraßen der Stadt – mit entsprechender Verkehrsbelastung.

Tausende Fahrzeuge versuchen täglich, sich den Weg durch den Ortskern zu bahnen. Ebenso täglich kommt es dabei insbesondere im Berufsverkehr zu Staus. Doch das sind noch paradiesische Zustände gegenüber dem, was ab Sommer sowohl auf die Haarener wie auch auf die vielen Auto-, Lkw- und Busfahrer zukommt. Dann nämlich kommt es knüppeldick.Haaren wird sich ungefähr 16 Monate lang im verkehrstechnischen Ausnahmezustand befinden. Das geht so weit, dass über Monate hinweg sogar Teile der Alt-Haarener-Straße komplett abgeriegelt werden – und dort dann naturgemäß überhaupt niemand mehr fährt. Auf die benachbarten Wohngebiete warten allerdings dementsprechend harte Zeiten.

Doch der Reihe nach: Vor ein paar Tagen gab es eine recht unscheinbare Pressemitteilung. Ab sofort könne es im Bereich der Alt-Haarener-Straße zu einigen Verkehrsbehinderungen kommen. Denn dort werde die Kanalisation mit Kameras untersucht. Und zwar, weil demnächst der Kanal zu sanieren sei. Davon war bei der jüngsten „Baustellenpressekonferenz“ der Stadt unter Beteiligung der Stawag noch nicht die Rede. Zumindest nicht, als es um größere Baumaßnahmen in diesem Jahr ging.

Aufgrund der „Kanal-TV“-Meldung hat die AZ bei der Stawag nachgefragt, was denn so geplant ist. Die Antwort ist durchaus eine böse Überraschung für alle, die davon betroffen sein werden. Denn das, was voraussichtlich ab Juli oder August in Haaren geschehen wird, dürfte bislang beispiellos sein. Kein Wunder, dass Stawag-Sprecherin Corinna Bürgerhausen bereits heute weiß: „Das wird sicher Ärger geben.“ Und: „Das wird eine sehr harte Zeit für Haaren, das wissen wir.“

Zwei Bauabschnitte

Ab Sommer soll nämlich die Kanalisation in der Alt-Haarener-Straße von Friedenstraße bis Ortsausgang im Bereich der Autobahnbrücke saniert werden – „nebenbei“ steht auch die Erneuerung der anderen Versorgungsleitungen und der Kanalhausanschlüsse auf dem Programm. Dummerweise liegt der Kanal in der Alt-Haarener-Straße jedoch genau in der Mitte der Fahrbahn. Das war zwar auch auf der Trierer Straße so, doch die ist so breit, dass der Verkehr irgendwie immer noch fließen konnte. Nicht so in Haaren.

Im ersten Bauabschnitt von Frieden- bis Bogenstraße wird es ganz besonders hart. Dort sei es laut Bürgerhausen so eng, dass nur eine Vollsperrung für die Dauer der Bauarbeiten in Frage komme. Der komplette Verkehr soll dann über Bogenstraße und Haarener Gracht wieder zur Alt-Haarener-Straße beziehungsweise umgekehrt umgeleitet werden. Wer die Gegebenheiten kennt, kann sich kaum vorstellen, dass täglich tausende Autos, Lkw und Busse – die Aseag-Fahrzeuge müssen natürlich auch dort fahren – diese Ausweichstrecke nehmen. Die Bogenstraße selbst ist eng. Und an der Ecke Kreuzstraße gibt es überdies ebenfalls eine Großbaustelle, wo gerade der „Bogenhof“ hochgezogen wird.

Wenn dann dieser Abschnitt geschafft ist, geht es von der Bogenstraße aufwärts Richtung Autobahnbrücke. Auch dort wird es haarig. Stadtauswärts, so Bürgerhausen, könne der Verkehr an der Baustelle vorbeigeführt werden. Stadteinwärts aber nicht. Und da wird es dann abermals ganz eng. Besagte Autos, Lkw, Busse sollen dann nämlich von Würselen aus kommend in die Straße „Am Kaninsberg“ abbiegen, eine schmale Wohnstraße. Von dort geht es links auf die Würselener Straße abwärts wieder zur Alt-Haarener-Straße – inklusive enger Kurvenradien. Die Aseag-Busse würden dies jedoch schaffen, heißt es. Wie das mit einem Sattelzug aussieht, dürfte eine spannende Frage sein.

Bürgerinformation geplant

Ebenso verhält es sich im ersten Bauabschnitt mit der Ecke Bogenstraße/Haarener Gracht. „Am Kaninsberg“ soll jedenfalls zur Einbahnstraße gemacht werden, zudem müssten die Parkplätze am Straßenrand für die Dauer der Baumaßnahme wegfallen. Die Bauzeit von 16 Monaten ist indes für den „Normalfall“ berechnet. Kommt ein harter Winter, wird sie länger, wird der Winter so wie dieses Jahr, könnte es auch etwas schneller gehen.

Das alles, so betont Corinna Bürgerhausen ausdrücklich, stehe noch unter Vorbehalt. Die Gespräche über die Verkehrsführungen mit der Stadt seien noch nicht abgeschlossen. Da werden wohl noch ein paar Wochen lang die Köpfe rauchen, denn viele andere Ausweichstrecken gibt es für diese Achse nicht. Wobei sicher viele Autofahrer versuchen werden, Haaren über die A544 Richtung Stadt und umgekehrt zu umfahren. Doch gerade im morgendlichen Berufsverkehr staut sich das Blech dort stadteinwärts ebenfalls mächtig. „Wir werden versuchen, die Belastungen so gering wie möglich zu halten“, sagt Corinna Bürgerhausen. Auf jeden Fall werde es rechtzeitig eine Bürgerinformationsveranstaltung geben. Das wird auch dringend nötig sein. Nicht nur etliche Haarener wohnen an den Umleitungsstrecken, auch Geschäfte – darunter der große Edeka-Markt – liegen genau im betroffenen Baustellenbereich.

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