Ab 2019 zeigt die Polizei an Trierer Straße „klare Kante“

Von: os
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Viel Platz für die Polizei: Auf der Grünfläche an der Ecke Trierer Straße/Debyestraße wird das neue Präsidium gebaut. Foto: Kistermann
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Am Montag wurde erstmals ein Modell des Neubaus vorgestellt. Foto: Steindl

Aachen. Das Bauwerk an der Ecke Trierer Straße/Debyestraße verzichtet auf Schnörkel, wirkt hell, klar, kompakt und funktional. Die Aachener Polizei wird dort der Farbgebung nach eine weiße Weste tragen und „klare Kante“ zeigen – mit letzterem Attribut charakterisiert der Aachener Architekt Günter Helten seinen Entwurf fürs neue Präsidium.

„Schließlich gehört das zu den Dingen, die ich mit Polizei verbinde.“ Noch ist das Ganze an diesem Montagnachmittag nur als Modell im aktuellen Präsidium zu besichtigen, das sich trotz eines Alters von erst 34 Jahren bereits den Ruf einer „Schrottimmobilie“ erworben hat. Doch nun soll es nach fünfjähriger Vorbereitungs- und Ausschreibungsphase schneller gehen mit dem dringend benötigten Domizil für rund 1200 Mitarbeiter. In drei Jahren, im Oktober 2018, soll der Neubau in Brand übergeben werden. Ein halbes Jahr wird dann noch die nötige Polizeitechnik eingebaut, ehe im Frühjahr 2019 der große Umzug ansteht.

Garant für diesen Zeitplan soll der Essener Bauriese Hochtief sein, der im europaweiten Ausschreibungsverfahren mit Heltens Entwurf den Zuschlag erhielt. „Wir stehen für Termintreue, Kostensicherheit und Transparenz“, bekräftigt Sandra Arendt, Sprecherin der Hochtief-Geschäftsleitung. Der Großkonzern wird den Neubau errichten – Arendt spricht von einer Investition von 58,5 Millionen Euro netto –, die Aachener Polizei das Objekt mit einer Gesamtfläche von 22.500 Quadratmetern mieten. Exakt 12,66 Euro Nettokaltmiete werden dafür pro Quadratmeter fällig, was sich laut Polizeipräsident Dirk Weinspach aber „durchaus im normalen Rahmen bewegt“. Gerade erst hat man den Mietvertrag unterzeichnet – für 20 Jahre mit der Option einer fünfjährigen Verlängerung.

Ursprünglich wollte man zu diesem Zeitpunkt aber schon viel weiter sein. Ins Auge gefasst war einmal ein Umzugstermin im Sommer 2017, doch letztlich wurde das Projekt auch durch juristische Probleme verzögert. Denn gegen die Vergabe an Hochtief, die für März dieses Jahres vorgesehen war, beschritten zwei Bieter den Klageweg, die – so die Polizei – zuvor vom Verfahren ausgeschlossen worden seien, weil sie sich nicht an die Vorgaben gehalten hätten. Bis zur letztinstanzlichen Entscheidung des OLG Düsseldorf vergingen sieben Monate, in denen die Polizei aus Vergaberechtsgründen weiter zu striktem Stillschweigen verpflichtet war.

So bekundet der Polizeipräsident an diesem Montag, wie froh er sei, „endlich umfassend informieren zu können“. Dass Wein-spach dabei keine großen Geheimnisse mehr lüften kann – schließlich hat die AZ den neuen Standort in Brand bereits im Juni 2014 veröffentlicht –, trübt die Stimmung nicht. Dafür sind die Vorzüge des neuen Präsidiums zu zahlreich: Die ÖPNV-Anbindung ist dort deutlich besser als heute, Schutz- und Kriminalpolizei können räumlich zusammengelegt werden, es gibt eine neue Leitstelle mit modernster Technik und man residiert künftig am Ortseingang „in erster Reihe“, gut sichtbar und transparent. Dort will man künftig auch die Bürger einladender empfangen – mit einem hellen, offenen Foyer inklusive Info-Point und öffentlich zugänglicher Kantine.

Einen Wermutstropfen gibt es allerdings für die Beschäftigten. Auf dem Gelände werden zwar in einem Parkhaus mit 450 Stellplätzen exakt so viele geschaffen, wie es sie auch heute auf dem Polizeigelände gibt. Doch unter dem Strich fallen die 100 Parkplätze weg, die man bislang auf dem benachbarten ALRV-Gelände anbietet. „Jeder weitere Parkplatz hätte Geld gekostet“, sagt Dietmar Zwilling, bei der Aachener Polizei für das Bauprojekt zuständig. In diesem Fall zeigte also das Land als Geldgeber klare Kante.

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