Aachens Weg zur stolzen Reichsstadt

Von: Matthias Hinrichs
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Nächste Etappe in der umfänglichen Darstellung der Stadtgeschichte so gut wie bewältigt: Autor Dr. Thomas Kraus (links) und Verleger Helmut Falter präsentieren in Kürze den ersten Teil von Band 3. Foto: Ralf Roeger

Aachen. Ruhestand sieht garantiert anders aus. In den vergangenen Monaten hat Dr. Thomas Kraus, ehemaliger Leiter des Stadtarchivs und Vorsitzender des Geschichtsvereins, die nächste Etappe einer wahren Herkulesaufgabe weitestgehend bewältigt – und den nächsten historiografischen Meilenstein in die regionale literarische Landschaft gewuchtet.

„Wir sind mächtig stolz, dass wir den dritten Band der neuen Aachener Stadtgeschichte, ,Aachen von den Anfängen bis zur Gegenwart‘, am 6. November offiziell vorstellen können“, erklärte Helmut Falter, Seniorchef der Mayerschen Buchhandlung, am Mittwoch. Und Thomas Kraus ist als Autor und Herausgeber des ambitionierten Werks mehr denn je in die Vollen gegangen. Auf 600 Seiten, inklusive rund 80, zu 90 Prozent farbigen Abbildungen, taucht der Verfasser nunmehr tief in die Ursprünge der Stadtwerdung Aachens ein.

„Es gibt eine Fülle berichtenswerter Ereignisse in der Epoche zwischen 1138 und um 1500, die beleuchten, wie die Bürger unter der Dynastie der Staufer die Geschicke der Stadt in wachsendem Maße bestimmten“, berichtete Kraus. Und zwar derart viele, dass die Väter des philologischen Mammutprojekts sich entschlossen haben, entschließen mussten, den dritten Abschnitt der ursprünglich auf sieben Bände ausgelegten Reihe um einen zweiten Band zu ergänzen – was auch in finanzieller Hinsicht eine enorme Herausforderung bedeutet, wie Falter betont.

„Jeder Aachener kann sich an der weiteren Realisierung dieses einmaligen Werks beteiligen“, unterstreicht Falter: Bis zum 1. November kann der neue Band zum Vorzugspreis von 29,90 Euro bestellt werden, danach schlägt der Erwerb mit 39,90 Euro zu Buche.

Schnelles Zupacken dürfte sich in jeder Hinsicht lohnen. Erstmals hat Kraus eine äußerst detaillierte und umfänglich belegte Dokumentation der (nicht nur) lokalhistorischen Ereignisse in dieser so wichtigen Ära für die Emanzipation als Freie Reichsstadt zusammengetragen. So wird geschildert, wie die Bürger ihre wachsende Selbstbestimmung anno 1267 mit dem Grashaus als erstem Aachener Rathaus in Stein meißeln – bevor sie bereits in den 30er Jahren des 14. Jahrhunderts daran gehen, das heutige Rathaus auf dem Fundament der karolingischen Königshalle zu errichten.

Wehrhaft und selbstbewusst

Spätestens in den 60ern des 13. Jahrhunderts erhält die Stadt das Privileg, allein dem König bzw. dem Kaiser Rechenschaft ablegen zu müssen; die Wirtschaft erblüht, Aachen wird zum bedeutenden Produktions- und Handelszentrum von Tuchen. Bereits in den 70ern des 12. Jahrhunderts entsteht die erste Stadtmauer – nicht von ungefähr. Immer wieder müssen die Bürger sich der Begehrlichkeiten umliegender Feudalherren erwehren – allen voran des berühmt-berüchtigten Grafen von Jülich, der 1278 bekanntlich vom nicht minder berühmten wehrhaften Schmied in der Jakobstraße erschlagen wurde, als er mal wieder versuchte, die Krönungsstätte der deutschen Herrscher unter sein Zepter zu zwingen...

Damit bei weitem nicht genug: Mühelos beansprucht die Darstellung der hoch- und spätmittelalterlichen Entwicklung Aachens im Ganzen satte 1000 Seiten. Band 3/2 soll daher nun im November 2015 vorgelegt werden, bevor Professor Dr. Frank Pohle ab 2016 für die kommenden Etappen des Großprojekts verantwortlich zeichnen soll, erklärt Falter. „Umso mehr sind wir jetzt auf weitere Unterstützung angewiesen“, betont der Verleger – obwohl neben dem Geschichtsverein vor allem die Sparkasse und der renommierte ,Club Aachener Casino‘ als maßgebliche Geldgeber im Boot sind. „Wir hoffen sehr, dass auch die Stadt selbst sich in noch höherem Maße am weiteren Gedeihen dieses wichtigen Unterfangens beteiligt“, sagt Falter. „Jede Unterstützung ist jetzt höchst willkommen, damit die Vollendung des nunmehr achtbändige Werks gelingt.“

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