Aachen - Aachens Vereine: Diese Arbeit ist aller Ehren wert!

Aachens Vereine: Diese Arbeit ist aller Ehren wert!

Von: Svenja Pesch
Letzte Aktualisierung:
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Zum Abheben: Bei strahlendem Sonnenschein präsentierten sich rund um Dom und Rathaus 163 Vereine den interessierten Besuchern. Foto: Andreas Schmitter

Aachen. Zwischen dem „Wie“ und dem „Womit“ lagen bisweilen Welten, aber bei dem Warum herrschte bei allen absolute Einigkeit. Weil es einfach eine durch und durch super Sache ist! Beim fünften „Ehrenwert – Aktionstag der Aachener Vereine“ präsentierten sich 163 Vereine verteilt auf die komplette Altstadt.

 Dabei wurde den vielen interessierten Besuchern so ziemlich jede Sparte des Vereinslebens präsentiert. Egal ob sportlicher, ökologischer, politischer, gesundheitlicher oder auch närrischer Hintergrund – die vielen Akteure an den jeweiligen Ständen repräsentierten nicht nur ihre Gemeinschaft, sondern gleichzeitig auch die Vielfalt der Kaiserstadt.

Ein Punkt, der die Begeisterung für den Aktionstag deutlich macht, ist die seit Jahren ungebremst hohe Nachfrage. Bereits nach kurzer Zeit waren alle Plätze vergeben. Die, die dabei sein durften, richteten mit viel Liebe und Herzblut ihren Stand her. So wie die Akteure des Aachener Heimattheater Bühnenfreunde 1974, die schon am frühen Morgen und trotz warmer Temperaturen in ihre dicken Bühnenoutfits schlüpften.

„Es ist schön, dass wir hier nicht nur Werbung für unser Stück „der Zauberer von Oz“ machen können, sondern gleichzeitig auch sehen, was andere Vereine für tolle Sachen machen“, so Vorstandsmitglied Marita Lohbusch. Nur ein paar Meter weiter sprach Catrin Brust, Leiterin des Ehrenamtsprojektes der Straffälligenhilfe, mit einer Besucherin über ihre Arbeit und die Bedeutung des Ehrenwert-Tages: „Das Ganze ist eine tolle Aktion, denn damit rücken wir in die Mitte der Gesellschaft. Gerade Straffällige haben keine Lobby und hier können wir zeigen, wie wichtig die Arbeit für die Gesellschaft ist.“ Das Interesse sei sehr groß und neugierige Fragen zeigten die Wertschätzung für die Arbeit des Vereins. „Natürlich hoffen wir, dass sich der ein oder andere dafür entscheidet, ebenfalls hier aktiv zu werden.“

Das Aktivsein ist es auch, was Hermann Carl an seiner ehrenamtlichen Arbeit bei dem Verein „Lernort Natur“ fasziniert. Seit vielen Jahren besucht er mit der „rollenden Waldschule“ Schulen in der gesamten Region und verfolgt dabei stets ein Ziel: „Ich engagiere mich, weil es mir Spaß macht und mir ein persönliches Anliegen ist, dass ein richtiger Umgang mit der Natur nicht verlernt wird.“ Das Wissen darüber, wie man bestimmte Tierarten am besten schützen kann und was einen respektvollen Umgang mit der Natur kennzeichnet, gebe er gerne weiter.

Doch nicht immer ist ein Engagement die Erfüllung persönlicher Neigungen. Willy Schroeder ist erst durch einen Schicksalsschlag zu seiner Tätigkeit gekommen. Im Verein „Selbsthilfe im Gesundheitswesen der Stadt Aachen“ berät er nicht nur Menschen, er fängt sie in schweren Situationen auf. „Ich engagiere mich im Netzwerk ,Selbsthilfe nach Krebs‘. Da ich selbst von Krebs betroffen bin, möchte ich denjenigen helfen, die dasselbe Schicksal erleiden.“

Überhaupt merkte man bei allen Beteiligten, dass sie aus Überzeugung dabei sind. So wurde der Proviant des Tages mit dem Nachbarstand geteilt, und auf dem Weg von der Eisdiele einfach ein zweiter Eisbecher mitgenommen. Man lernte sich kennen und vernetzte sich. Vor allem ein Stand zog inmitten des Treibens die Aufmerksamkeit auf sich. Und dazu brauchten die Verantwortlichen weder besondere Lichteffekte noch laute Musik. Stattdessen sorgten Schriftbilder aus früheren Zeiten für Erinnerungen.

„Ach, Sütterlin ist das. Das hat meine Oma immer geschrieben“ – ein Satz, den Hermann Willems von der Sütterlin-Gruppe Aachen an diesem Tag oft hörte. Lachend erzählte er: „Wir übersetzen alte Schriften wie in Briefen oder Tagebüchern vom Sütterlin in das heutige Schriftbild. Viele Menschen bringen uns auch Urkunden, die zum Teil sogar noch in Kurrentschrift, dem Vorgänger von Sütterlin geschrieben sind.“ Vielleicht ist die Sütterlin-Gruppe eine der wenigen Nischen-Vereine, die es aber gerade deswegen schafft, sich in persönlicher und familiärer Atmosphäre den Anliegen der Interessierten zu widmen.

Sich den Sorgen und Nöten derjenigen zu widmen, denen es sich nicht gut geht, war auch die Intention des designierten Karnevalsprinzen Thomas Jäschke, der mitsamt seinem Hofstaat Würstchen verkaufte, deren Erlös dem Verein „Nele und Hanns Bittmann“ zugute kommt.

Aber egal, wie und womit die vielen Akteure ihren Verein beim Ehrenwert-Aktionstag vertraten, was sie alle vereinte ist die Antwort auf die Frage nach dem Warum: Weil es nicht nur Spaß macht, sondern auch sinnvoll ist und zeigt, wie vielfältig und bunt Aachens Vereinsleben ist.

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