Aachens neues Casino rollt den Teppich aus

Von: Robert Esser
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Heimspiel: Neben Alemannias Businessbereichen baut Casino-Chef Thomas Salinger unter Hochdruck zwei Tivoli-Etagen um. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Klar, da spielt er gerne mit: Als der zentnerschwere rote Teppich anrollt, greift der Chef zu. Na bitte, voller Einsatz. Vier breitschultrige Handwerker stemmen Rolle für Rolle durchs Fenster. Innen packt Spielcasino-Direktor Thomas Salinger im feinen Zwirn mit an, wuchtet die Rollen ins neue Foyer.

Berührungsängste sind fehl am Platze, wenn man in Rekordzeit eine komplette Spielbank in ein Fußballstadion implantiert. In gerade mal vier Wochen – am Mittwoch, 3. Juni – öffnet Aachens neues Spielcasino im Tivoli seine Pforten.

Wobei die neuen Glasschiebetüren rechts neben dem Haupteingang zum Business-Bereich gegenüber dem Tivoli-Parkhaus noch montiert werden müssen. Und vieles mehr. Knapp 2000 Quadratmeter baut Betreiber Westspiel seit Februar für Millionen Euro um; davon zählen gut 1200 Quadratmeter als Spielfläche.

„Der Zeitplan ist unglaublich eng“, sagt Casino-Chef Salinger. „Wenn vorne der erste Gast reinkommt, wird gleichzeitig hinten der letzte Handwerker rausgehen“, prognostiziert er. Salinger ermöglichte der Aachener Zeitung jetzt einen ersten exklusiven Blick in seinen neuen Glückstempel an der Krefelder Straße.

„Rien ne va plus – nichts geht mehr“: Im Neuen Kurhaus an der Monheimsallee knipst der Casino-Direktor nach dem letzten Öffnungstag am 31. Mai vorerst endgültig das Licht aus – 38 Jahre nach der Einweihung. Der marode Stammsitz soll kernsaniert werden, deshalb muss die Spielbank raus. Im Automatencasino im Kapuzinerkarree ist schon am 30. Mai Schluss.

Roulette, Poker und Automatenspiel finden dann im „Ausweichstandort Tivoli“ auf zwei Ebenen zusammen. „So wollen wir mit 120 Mitarbeitern künftig wieder deutlich mehr als 90.000 Gäste begrüßen, die wir 2014 zählten“, gibt Salinger die Marschrichtung vor. Offiziell ist der Spielbankbetrieb im Tivoli für zwei bis drei Jahre geplant – danach soll der Wiedereinzug ins generalüberholte neue Kurhaus folgen.

Wer die Casino-Baustelle im Tivoli betritt, mag kaum glauben, dass nur ein Ausweichstandort für vorübergehenden Spielbank-Betrieb umgerüstet wird. Der Aufwand ist immens. Hier erinnert bald nichts mehr an Alemannias schwarz-gelbe Arena. Hinter dem gläsernen Casino-Portal entsteht neben einer großen Multimediawand der Empfangsbereich auf dem gerade gelieferten roten Teppich. Das Innendesign verknüpft klassische Elemente mit aktuellen Farb- und Formentrends. Keine Spur mehr vom angestaubten 80er-Jahre-Flair des Kurhauses.

Goldene Flächen und Retro-Ornament-Tapeten treffen an den Wänden auf Segmente in Orange, Purpur, Grün und Schwarz. Das Tageslicht wird ausgesperrt, ein neues LED-Beleuchtungskonzept soll das exklusive Ambiente gleichermaßen Tag und Nacht in Szene setzen. „Unsere Gäste erwarten hochwertige Atmosphäre – dem fühlen wir uns verpflichtet“, sagt Salinger.

Unmittelbar hinter der Rezeption liegt ebenerdig das knapp 400 Quadratmeter große Poker-Areal. Neun Tische, eine Bar und acht Monitore ziehen noch ein. „Shabby Chic“ (schäbiger Chic) nennt Salinger den Einrichtungsstil, der Nostalgisches und Exquisites in ein edles Gesamtbild verschmelzen lässt.

Eigene Aufzüge und Treppen führen im Casino-Areal, das baulich konsequent von Alemannias Business- und Veranstaltungsräumen getrennt wurde, in die Etage darüber. Auch dort laufen gerade auf 800 Quadratmetern Maler- und Montagearbeiten auf Hochtouren. Elektriker und Computer-Spezialisten verlegen 40 Kilometer Kabel – für 100 Spielautomaten und fast genauso viele Überwachungskameras. Direkt neben dem Automatensaal im oberen Stockwerk beginnt Mitte Mai der Aufbau des klassischen Spiels. Zehn brandneue Tische für Roulette, Black Jack und Co. sind bestellt, die an Sortiermaschinen aus dem Altbestand angeschlossen werden.

„Als besonderes Highlight bieten wir nach vielen Jahren erstmals wieder einen französischen Roulette-Tisch an – mit vier Croupiers nach alter Schule“, freut sich Salinger. Bald wird hier jede Nacht bis 3 Uhr morgens gezockt. Auch da spielt er gerne mit. Wieder auf der anderen Seite des roten Teppichs, klar: „Ihre Einsätze bitte...“

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