Aachens Litfaßsäulen werden geliftet

Von: Oliver Schmetz
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Noch längst nicht vom Ausster
Noch längst nicht vom Aussterben bedroht: Aachens Litfaßsäulen werden in den nächsten Wochen und Monaten erneuert. Von bislang 140 Standorten fallen allerdings rund 40 weg. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Als Werbeträger haben sie schon viele Jährchen auf dem Buckel - schließlich wurde 1854 Ernst Litfaß in Berlin das Aufstellen der ersten nach ihm benannten Säulen genehmigt.

Dass nun 158 Jahre später in Aachen gerade auffallend viele Litfaßsäulen aus dem Straßenbild verschwinden, hat allerdings nicht mit einem möglichen Aussterben dieser Dinosaurier der Werbebranche zu tun. Im Gegenteil: Aachens alt und unansehnlich gewordene Plakatträger werden in den kommenden Wochen und Monaten erneuert.

Aber nicht alle. Von bislang rund 140 Standorten im Stadtgebiet bleiben nur etwa 100 übrig. „Manche der Stellen sind im Laufe der Zeit unattraktiv geworden, deshalb fallen jetzt einige weg”, erklärt Rita Klösges vom städtischen Presseamt. „Und an anderen Standorten werden die Säulen womöglich um einige Meter versetzt, um die Wirkung zu verbessern.”

Im vergangenen Sommer hatte die Stadt den alten Vertrag über die Werbeflächen neu ausgeschrieben - und arbeitet seitdem weiter mit dem gleichen Partner zusammen. Denn die Firma „Moplak”, die bisher schon die Litfaßsäulen-Standorte bewirtschaftete, setzte sich gegen zwei Mitbewerber durch.

Ziemlich hoher Aufwand

Nun steht die Erneuerung an, was allerdings einiges an bürokratischem Aufwand erfordert. Denn da die meisten Säulen aus Beton sind, ist für den Austausch ein förmlicher Bauantrag notwendig. Der ist gestellt, nun muss er bewilligt werden: „Wir rechnen damit, dass im Frühjahr die ersten neuen Litfaßsäulen aufgestellt werden”, sagt Klösges.

Die werden dann ein sehr „nüchternes, funktionales” Erscheinungsbild haben, berichtet die Stadtsprecherin von der städtischen Auswahl im Litfaßsäulen-Katalog. „Angeboten wurde uns auch ein Modell, das mehr in Richtung Jugendstil ging, aber das erschien uns nicht so passend.”

Die Qual der Wahl zeigt: Selbst 158 Jahre nach der Erstzulassung sind Litfaßsäulen ein ewig junger Werbeträger - auch in Aachen. Zumal sie ja auch immer noch den gleichen Zweck erfüllen. Schließlich kam Ernst Litfaß seinerzeit auf seine lukrative Idee, weil ein damals neues Phänomen immer weiter um sich griff: das wilde Plakatieren.
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