Aachen - Aachens längster Stau kostet mehr als Geld

Aachens längster Stau kostet mehr als Geld

Von: Robert Esser
Letzte Aktualisierung:
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Jeden Tag zwei Stunden im Stau: Für Berufspendler, die morgens und spätnachmittags die Baustelle an der Lütticher Straße passieren müssen, ist das wegen der unzureichenden Ampeltechnik des Landesbetriebs Straßen NRW derzeit keine Seltenheit. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Auf der Lütticher Straße liegen täglich die Nerven blank. Bis zu einer Stunde schieben sich die Pendler morgens und spätnachmittags im Berufsverkehr durch den kilometerlangen Stau bis zur provisorischen Ampel.

Weil diese nicht verkehrsabhängig Grün- und Rotphasen anpassen kann, steht die Blechlawine am frühen Abend - wenn der berufliche Rückreiseverkehr aus Aachen Richtung Kelmis rollt - teils bis zur Einmündung Ronheider Berg. Bis zur Baustelle vor dem Preuswald sind es dann noch knapp zwei Kilometer.

„Das sind unzumutbare Zustände, verheerend!”, schimpft Tankstellen-Pächter Guido Meven. Seine Zapfanlagen verwaisen neben der durchaus fixen Baukolonne des Landesbetriebs Straßen NRW, die in fünf Wochen rund drei Kilometer Bundestraßenasphalt und vier marode Krötentunnel erneuern will, bevor Frosch, Molch & Co ihre Frühlingswanderung antreten. 800.000 Euro kostet das den Bund.

Tankstelle ohne Kunden

„Unsere Umsätze sind extrem eingebrochen. Keiner hält mehr an. Die Autofahrer wollen alle nur schnell weg, wenn sie sich endlich bis zur Baustellenampel durchgekämpft haben”, sagt Tankwart Raymund Leyens. „Ich verstehe nicht, warum hier diese Baustelle ohne jede Vorankündigung angerückt ist. Die Straße sah doch vorher noch völlig in Ordnung aus”, moniert er.

Das sieht der stellvertretende Projektleiter vom Landesbetrieb Straßen NRW natürlich anders: „Die Baumaßnahme macht durchaus Sinn”, betont Mischa Miladinovic. Ausbrüche und Netzrisse im Asphalt sowie eingebrochene Krötentunnel müsse man jetzt sanieren, um kostspieligere Folgeschäden zu vermeiden. Derzeit gibt eine provisorische Ampelanlage den Verkehr nur einspurig entlang der Baustelle frei. „Leider funktioniert die verkehrsabhängige Schaltung nicht”, räumt Miladinovic ein.

Damit der morgendliche Stau Richtung Aachen und der abendliche Rückreisestau Richtung Kelmis durch jeweils längere Grünphasen verkürzt wird, setzt Ingo Maihofer, zuständig für die Bauüberwachung, jetzt auf Handbetrieb. „Wenn wir sehen, dass der Stau zu lang wird, passen wir die Ampelanlage manuell an”, kündigt er an. Nach Christi Himmelfahrt soll der Verkehr auf frischem Asphalt wieder flüssig fließen. 10.000 bis 14.000 Autofahrer nutzen die Route zwischen Aachen und Kelmis täglich.

Unterwegs sind hier selbstverständlich auch Busse - die Linien 2 und 24 der Aseag sowie Schulbusse, die den Preuswald ansteuern. „Es gab während der ersten Baustellentage erhebliche Verspätungen”, erklärt Aseag-Sprecherin Anne Linden.

Zwischenzeitlich habe man mit dem Landesbetrieb Straßen NRW Kontakt aufgenommen und eine Versetzung der Ampelpositionen erreicht. „Das hat spürbare Verbesserungen gebracht, obwohl Verspätungen wegen der Baustelle nach wie vor nicht auszuschließen sind.”

Einzelne Anwohner der Lütticher Straße sind übrigens von der Baustelle richtiggehend angetan - wie Elke Vath. „Meine kleinen Kinder sitzen draußen auf der Treppe und schauen sich völlig fasziniert die Bauarbeiter an, die übrigens wirklich nett und hilfsbereit sind”, sagt sie. So schont die Baustelle zumindest die Nerven einer mehrfachen Mutter.
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