Aachen - Aachens Gotteshäuser aus anderer Perspektive

Aachens Gotteshäuser aus anderer Perspektive

Von: Lars Odenkirchen
Letzte Aktualisierung:
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Laden ein zur Nacht der offenen Kirchen: Martin Drack (vorne) und Dieter Spoo. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Für Weihnachtsstimmung ist es zwar noch etwas zu früh, aber die Vorfreude bei Pfarrer Armin Drack ist fast die gleiche. Die neunte „Nacht der offenen Kirchen” steht am Freitag, 9. Oktober, an, und der evangelische Geistliche ist sich sicher: „Für uns ist die Nacht neben Heiligabend das große Event im Jahr.”

Was auf den ersten Blick fast ein bisschen provokativ klingt, hat durchaus einen ernsten Hintergrund. „Die Kirchen erreichen im normalen Gottesdienst zwei bis zehn Prozent, an Heiligabend vielleicht 25 Prozent ihrer Mitglieder, doch was ist mit den übrigen 75 Prozent, die ja genauso ihre Kirchensteuer bezahlen?”, fragt Drack, und ist sich gemeinsam mit seinem katholischen Kollegen von der Citykirche, Dieter Spoo, sicher: Hier muss die Kirche, „der älteste Kulturträger des Abendlandes”, neue Akzente setzen.

Insgesamt 36 Kirchen, Gemeinden und Einrichtungen aller Konfessionen sind diesmal bei der „Nacht der offenen Kirchen” vertreten, nicht nur in der Innenstadt, sondern auch in allen Außenbezirken. Das Programm reicht von Choralgesängen über Filmvorführungen bis hin zu Musicals und bietet insgesamt über 120 Stunden voller Unterhaltung, Entspannung und Spiritualität. Auch ein eigenes Kinderprogramm mit früherem Beginn wurde auf Anregung der Kinder selbst auf die Beine gestellt.

Bei der Gestaltung ihres jeweiligen Programms ließen die Organisatoren jeder Kirche und Gemeinde freie Hand, ein übergreifendes Motto gibt es nicht.

Was die teilnehmenden Kirchen erreichen wollen, ist von Gemeinde zu Gemeinde ein wenig unterschiedlich. Doch Drack ist sich sicher, dass es nicht Sinn der Nacht ist, der Sonntagsmesse wieder zu mehr Besuchern zu verhelfen. „Für die Großkirchen geht es vor allem darum, die Mitgliedschaft eher im Sinne der Einstellung zu Kirche zu verbessern. Wir wollen den Menschen vor allem etwas mit auf den Weg geben.” Scherzend fügt er hinzu: „Wenn alle in den Gottesdienst kämen, müssten wir ja anbauen.”

Auch Pastoralreferent Spoo ist überzeugt: „Was nicht hinter der Idee steht, ist eine Werbeveranstaltung für die klassische Kirche. Aber wer die Nacht der offenen Kirchen einmal mitmacht, kann erleben, dass die ach so verstaubte Kirche lebendig ist. Das Bild von der Kirche verändert sich.”

In jedem Fall freuen sich beide Geistliche schon jetzt auf den 9. Oktober, an dem ab 16.30 Uhr das Kinderprogramm und ab 17 Uhr das Programm für Erwachsene startet. „In der Stadt herrscht eine ganz besondere Atmosphäre, wenn die Kirchen hell erleuchtend in die Dunkelheit strahlen”, meint Spoo. Pfarrer Drack stimmt zu: „Die Menschen bewegen sich dann ganz anders. Es passiert etwas in dieser Nacht.”
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