Aachens erster Zen-Meister

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Aachen. Wenn man an eine typische Absolvierung einer Lehrausbildung denkt, verbindet man dies mit einer entsprechenden Reihenfolge: Erst sammelt man Wissen über das Fachgebiet und beim Unterrichten beziehungsweise Üben, kommt man dem Lehrerwerden Schritt für Schritt näher, bis man schließlich seine Lehrbefugnis erhält.

Bei Paul Shoju Schwerdt war dies in Bezug auf seine Zen-Ausbildung anders. Er erhielt zuerst seine Lehrbefugnis im Zen-Buddhismus, daraufhin einen Job in Form der Koordination des Zen-Peacemaker-Ordens in Europa, und seit sieben Jahren unterrichtet er Zen nun in Aachen.

Zu politisch unruhigeren Zeiten in China wurde Schwerdt dort in einem buddhistischen Tempel ausgebildet und erlangte seine Lehrbefugnis in der Lehre Zen. Aufgrund von Spannungen war ihm sein Meistertitel jedoch nie offiziell verliehen worden.

Bereits seit 40 Jahren beschäftigt sich der vielfältige Paul Shoju Schwerdt, der Buchautor, Psychotherapeut, Designer und Kampfkunstlehrer ist, mit Zen. Durch seine Aufgabe als Direktor des Zen-Peacemaker-Ordens erhielt er die erste Anerkennung als Dharma-Lehrer im Westen.

Jetzt war es dann endlich soweit, Schwerdt bekam Inka Shomei (japanisch), das heißt die offizielle Meisteranerkennung, die größte Würde, die im Rinzai-Zen verliehen wird. In Zen werden zwei große Hauptschulen unterschieden: Sotu und Rinzai. Bestätigt wurde der Titel von dem Zen-Großmeister Rei Shin Bigan Roshi, der zu diesem Anlass extra aus Halle nach Aachen angereist war.

Die von Schwerdt 2006 begründete Bambushain-Shanga Zen-Schule (www.bambushain.org) besteht seit sieben Jahren in Aachen.

Die Bambushain-Shanga hat ihre Heimat in der Wushan Akademie Aachen, die von Schwerdt ebenfalls gegründet wurde und in welcher Qigong, Kungfu, Taijiquan und Zen-Meditation angeboten werden. Seit zwei Jahren arbeitet die Bambushain-Sangha auch aktiv mit im Arbeitskreis Dialog der Religionen, der von der Stadt Aachen koordiniert wird.

Im Rahmen einer Feier beglückwünschten jetzt viele Gäste stolz den ersten Zen-Meister von Aachen.

Schwerdt betont: „Es ist mir besonders wichtig, Zen sowohl einer Tradition als auch Lehre entsprechend – mit Hilfe zeitgemäßer Werkzeuge und Hilfsmittel – zu vermitteln.“

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