Aachens Denkmäler öffneten ihre Türen

Von: Johannes Leitner
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Am Sonntag konnten sich die Öcher in der renovierten Sammlung Crous und im Grashaus als einer Station der Route Charlemagne informieren. Foto: Andreas Herrmann

Aachen. Wenn der gemeine Aachener Bürger durch die Innenstadt spaziert, schlendert er dabei an vielen vertrauten Gebäuden und Plätzen vorbei. Und immer wieder fällt auf: Viele der Orte sind historisch bedeutsam. Doch was genau verbirgt sich hinter der Geschichte mancher Räume?

Die Stadt Aachen lud die Bürgerinnen und Bürger am „Tag des offenen Denkmals“ am Sonntag dazu ein, dieser Frage auf den Grund zu gehen und die Geschichte der Kaiserstadt näher kennenzulernen.

Eines dieser Gebäude ist beispielsweise das Grashaus am Fischmarkt, dessen Fassade zwischen den Ladenlokalen hervorsticht. In einer rund einstündigen Führung wurde den interessierten Besuchern die Baugeschichte des Hauses und seine unterschiedliche Verwendung über die Jahrhunderte hinweg nähergebracht. Durchweg im gotischen Baustil gehalten, wurde der vordere Teil des Gebäudes vermutlich in zwei Bauphasen im 13. Jahrhundert errichtet. Beim Blick weiter nach oben fallen sieben in die Fassadenmauer eingelassene Statuenrepliken auf. Nach der vorherrschenden Interpretation stellt die mittlere Skulptur Rudolf I. von Habsburg dar, die übrigen je drei geistliche und weltliche Machthaber, welche die Kurfürsten repräsentieren.

Doch wofür wurde dieses Gebäude denn nun genutzt? Ein Blick ins Innere hilft weiter: Bis zur Errichtung des heutigen Rathauses 1349 tagte hier der Stadtrat, und auch danach wurde dort noch Recht gesprochen. In einer Prozession wurden Gerichtsurteile bestätigt und der Delinquent nicht selten auf einer Grasfläche im Innenhof – daher der Name „Grashaus“ – enthauptet. Zusätzlich befanden sich auch düstere Kerkerräume hinter den Mauern.

Nach dem Anbau eines roten Backsteinkomplexes im 19. Jahrhundert hatte hier bis zum Umzug in den Reichsweg das Stadtarchiv seinen Sitz. Dies war über viele Jahrzehnte so, bis das historische Gedächtnis unserer Stadt, das aus allen Nähten platzte, eine neue Heimat am Reichsweg fand. Heute finden am Fischmarkt das „europäische Klassenzimmer“, ein außerschulischer Lernort im Rahmen der Route Charlemagne, sowie die Büros von Europe Direct und der Karlspreisstiftung Platz.

Die frisch renovierte „Sammlung Crous“ des Aachener Karnevalsvereins in der Kurhausstraße präsentierte an diesem „Tag der offenen Tür“ verschiedenste Dokumente zur Geschichte der Region: Gemälde, Bilder und Fotografien, zum Beispiel zur Historie des Karnevals in Aachen, und unzählige Schriftstücke wie Adressbücher aus dem 19. Jahrhundert sowie alte Postkarten.

Eine besondere Neuerwerbung der Sammlung sind die über 1000 Wertpapiere, Rechnungen, Werbungen und Broschüren von Firmen aus der Euregio. Sie boten den Besuchern einen Einblick in die lokale Wirtschaftsgeschichte, den man so nur selten erhält.

So wie an diesen beiden Orten gab es an insgesamt 36 Stätten in der Innenstadt und unter anderem auch in Haaren, Walheim und Kornelimünster die Möglichkeit, Denkmäler kostenlos zu besuchen und zu erkunden.

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