Aachen - Aachens älteste Ampeln sollen aufgemöbelt werden

Radarfallen Bltzen Freisteller

Aachens älteste Ampeln sollen aufgemöbelt werden

Von: Oliver Schmetz
Letzte Aktualisierung:
ampelbildeins
Intensive Wartung: Siemens-Techniker Roland Deptalla überprüft die Ampelanlage am Ponttor. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Wenn technische Geräte ein gewisses Alter überschritten haben, geben sie irgendwann den Geist auf. Das ist normal. Dumm nur, wenn diese technischen Geräte in Ampeln stecken und deren Signale steuern sollen.

Und besonders dumm ist es, wenn von diesen alten Ampeln viele in einer Großstadt herumstehen und öfter den Geist aufgeben - wie in Aachen. Dann gibt es ein Verkehrschaos, Staus, Abgase, Ärger.

In Aachen ist das in letzter Zeit häufiger vorgekommen, denn es gibt einige Ampeln, deren Steuertechnik noch aus den 80er Jahren des vorigen Jahrhunderts stammt. 13 Anlagen gehören zu dieser ältesten noch vertretenden Baureihe, und sie haben bis zu 25 Jahre auf dem Steuerchip. Weitere 37 sind teilweise auch schon über 20 Jahre alt.

Und was das Problem verschärft: Aachens älteste Ampeln stehen mitunter an neuralgischen Verkehrsknoten. Der Steuergeräte-GAU droht demnach jederzeit an der Kreuzung Prager Ring/Grüner Weg oder an der Ecke Boxgraben/Mozartstraße. Plötzliche Blackouts sind auch an der Schanz oder im Bereich Pontwall/Wüllnerstraße möglich. Und wenn das betagte Rotlicht an der Kreuzung Kaiserplatz/Adalbertsteinweg von einem Moment auf den anderen erlischt, ist der innerstädtische Blechinfarkt perfekt.

Damit diese Szenarien nicht eintreten, will die Stadt ihre ältesten Ampeln jetzt aufmöbeln, und das am liebsten im Paket. Das kostet zwar viel Geld - der Einbau neuer Steuergeräte und stromsparender LED-Leuchten wird mit knapp einer Million Euro veranschlagt -, ist laut Verwaltung aber wesentlich billiger als das gegenwärtige Stückwerk auf den städtischen Straßen.

Derzeit tauscht man immer dann, wenn eine Ampel den Geist aufgibt, die veraltete Technik aus. So vermeidet man allerdings keine Staus, und das Ganze ist auch noch teuer. Die Sanierung von 50 Ampeln dagegen im Paket auszuschreiben, spart bei den Steuergeräten 30 und bei den Leuchten 20 Prozent der Kosten, rechnet die Verwaltung vor. Ganz zu schweigen von den geringeren Strom- und Wartungskosten und den Vorteilen für den störungsfreier fließenden Verkehr.

Bloß: So schnell amortisiert sich die Investition nicht. „Nach zehn Jahren rechnet sich das Ganze richtig”, plädiert Stadtkämmerin Annekathrin Grehling dennoch für die in Zeiten leerer Kassen erhebliche Ausgabe. Zumal sich dafür eventuell noch der Fördertopf des Konjunkturpakets II öffnen lässt.

Immerhin 400.000 Euro liegen dort für Aachen noch drin. Derzeit wird geprüft, ob das Aufmöbeln alter Ampeln und die Förderbestimmungen zusammenpassen. Zustimmung gab es bereits von der Politik. Für den Fall, dass sich tatsächlich die besagten Einsparungen realisieren lassen, hat der Finanzausschuss gerade einstimmig grünes Licht gegeben.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert