Aachen - Aachener Suchthilfe feiert zehnjähriges Bestehen

Aachener Suchthilfe feiert zehnjähriges Bestehen

Von: Svenja Pesch
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Offizielle Geburtstagsfeier: Zehn Jahre Suchthilfe Aachen wurden gebührend im Haus der evangelischen Kirche gefeiert. Foto: Andreas Schmitter

Aachen. Die Bilanz kann sich sehen lassen: In zehn Jahren wurde über 10.000 Klienten geholfen, dank 2000 Präventionsmaßnahmen konnten 35.000 Menschen erreicht werden. Die Betreuung von 1000 Einzelpatienten in den diversen Einzeleinrichtungen kommt hinzu.

Zahlen, die für die Qualität hochwertiger Arbeit sprechen, aber auch deutlich machen, wie präsent das Thema ist. Anlässlich ihres Jubiläums blickt die Suchthilfe Aachen auf ein Jahrzehnt zurück, welches arbeitsintensiv, nicht immer einfach, aber dafür umso erfolgreicher verlief.

Die Organisation, die in Kooperation von Caritas und Diakonie gegründet wurde, bietet heute Süchtigen und deren Angehörigen aller Altersklassen ein vielfältiges Präventions- und Hilfesystem, das auf vier Standorte verteilt ist. In der Hermannstraße finden Abhängige von illegalen Suchtmitteln sowie Angehörige Beratungsangebote. Vor allem Fragen rund um Alkoholmissbrauch, Medikamenten-, Glücksspiel- und Onlinesucht und Essstörungen stehen hier im Fokus. In der Herzogstraße kümmern sich die Mitarbeiter um Jugendliche und deren Eltern, die Fragen zu illegalen Drogen wie Cannabis, Heroin oder Amphetamin haben. Die dritte und wohl problematischste Anlaufstelle ist die am Kaiserplatz. Dort können Schwerstabhängige ihre Grundbedürfnisse wie Körperhygiene, Ernährung und medizinische Versorgung befriedigen. Auch über Ausstiegsmöglichkeiten aus der Szene wird hier informiert.

Das letzte und erst seit Mai 2009 existierende Projekt nennt sich „Feuervogel“ und richtet sich an Kinder und Jugendliche aus suchtbelasteten Familien. Diese können sich in der Heinrichsallee an Mitarbeiter wenden. Die Leiter der Suchthilfe, Gudrun Jelich und Kalle Wilms, blicken zwar auf eine Erfolgsgeschichte zurück, haben aber dennoch einen steinigen Weg und viele neue Herausforderungen vor sich. „Zunächst möchte ich betonen, dass die Zusammenarbeit zwischen der Diakonie und der Caritas seit Jahren sehr gut läuft“, erzählt Jelich und ergänzt: „Auch wenn wir bereits viele Menschen erreichen können, gibt es in der Drogenszene so etwas wie ein Schattendasein.

Vor allem die Spiel- und Onlinesucht ist ein immer größer werdendes Problem. Mit unseren Hilfsangeboten stehen wir da noch relativ am Anfang.“ Auch die Sucht im Alter sei ein Thema, welches mehr Aufmerksamkeit fordere. Medikamentensucht und Alkoholmissbrauch bei älteren Menschen sei ein immer häufiger auftretendes Phänomen, das leider sehr im Verborgenen stattfinde.

Mitarbeiter und Verantwortliche schilderten Erlebnisse, aber auch Apag-Geschäftsführer Herbert Sliwinski. Gerade in der kalten Jahreszeit beobachtet er immer wieder Abhängige, die in den Parkhäusern Drogen konsumieren oder sich dort für die Nacht einrichten. Personal und Sicherheitsdienst erteilten zwar Hausverbot, was aber in der Regel nicht lange vorhalte. Sliwinski setzte sich mit der Suchthilfe in Verbindung, die seitdem mit Gesprächen, Unterkunftsmöglichkeiten und Essen versucht, die Abhängigen in eine Anlaufstelle zu bringen. Neu sind viele der angesprochenen Probleme nicht, aber sicher ist, dass die Mitarbeiter auch in Zukunft mit viel Elan und Einfühlungsvermögen Süchtigen und deren Angehörigen mit Rat und Tat zur Seite stehen werden.

Anlässlich des zehnjährigen Bestehens der Suchthilfe beleuchten Vorträge und Aktionen die Thematik näher beleuchten.

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