Aachener strömen in ihre Kunsthäuser

Von: Svenja Pesch
Letzte Aktualisierung:
12260536.jpg
Impressionen aus der Aachener Kulturlandschaft: Ob man nun den Preisträgern des Bundeswettbewerbs „Alte Musik“ lauschen oder.... Foto: Andreas Schmitter
12260541.jpg
... lieber verschiedene Exponate bestaunen wollte – der Museumstag bot den Besuchern ein abwechslungsreiches Programm. Foto: Andreas Schmitter

Aachen. Karl der Große wäre vor Neid erblasst angesichts der tollen mittelalterlichen Kostüme, in denen manch ein Besucher am 39. internationalen Museumstag durch die Hallen des Centre Charlemagne flaniert. Mit den selbst hergestellten Gewändern könnten sie am Hofe des großen Kaisers ganz ohne aufzufallen das Leben seiner Zeit hautnah erfahren.

Dafür, dass sie aber nicht nur rein optisch auf die Zeit um 800 vorbereitet sind, sorgen die Führungen durch die Ausstellung, in denen man das nötige Fachwissen erhält. Museumsführerin Sabine Gandelheidt gibt detaillierte Einblicke in das Leben am Hofe und erklärt, wie sich die Kaiserstadt im Laufe der Jahre weiterentwickelt hat.

Da der internationale Museumstag mit dem Motto „Museen in der Kulturlandschaft“ verknüpft ist, kombinieren einige Häuser gleich mehrere Kulturrichtungen. Wie beispielsweise das internationale Zeitungsmuseum. Dort treffen wichtige historische Textdokumente auf Gitarrenklänge. Für diese besondere Mischung sorgen Studierende der Musikhochschule Köln. Zudem präsentieren Schülerinnen der Sekundarschule am Kronenberg, die als Flüchtlinge nach Aachen gekommen sind, unter dem Motto „Spuren im Sand“ ihre Memorybooks.

Aber auch im Couven-Museum sind musische Klänge zu hören. In der alten „Adler Apotheke“, die 1162 am Hühnermarkt genau in diesem Haus beherbergt war, spielen passend zu den barocken Räumen des Hauses die Preisträger des Bundeswettbewerbes „Alte Musik“ der Musikschule Aachen im prunkvollen Festsaal des Museums.

Manch ein Besucher scheint angesichts der geballten Ladung Kultur etwas überrascht zu sein: „Wir müssen gestehen, dass wir trotz der Tatsache, dass wir schon zehn Jahre in der Stadt wohnen, noch nicht alle Museen besucht haben“, erzählt Elke Vaaßen, und ihr Mann Norbert ergänzt: „Ich finde die Aktion richtig gut. Vor allem sind wir überrascht, wie viel es in den Häusern zu entdecken gibt. Eben besuchten wir das Suermondt-Ludwig Museum und waren von der Größe des Hauses verblüfft. Das vermutet man von draußen gar nicht.“ Die Stillleben „Schöner als die Wirklichkeit“ des Künstlers Balthasar van der Ast, die sie im Suermondt-Ludwig gesehen haben, waren zwar nicht ganz so nach ihrem Geschmack, dafür sagen ihnen die Exponate im Centre Charlemagne und im Couven umso mehr zu.

Überhaupt ist für jeden (Kunst)-Geschmack etwas dabei. Das Ludwig Forum lässt das Herz des Pop-Art Fans höher schlagen. Hier hängen Werke von Andy Warhol neben Roy Lichtenstein. Davon sind auch die kleinen Museumsbesucher begeistert, die in der Werkstatt des Hauses selbst kreativ werden und mit weißem standesgemäßem Künstlerkittel mit Materialien aller Art herumexperimentieren.

Eine Menge Potenzial

Mit dem Begriff der Kunstvielfalt und Kultur haben an dem Tag so einige experimentiert. Denn der internationale Museumstag zeigt deutlich, dass die Museen mitten in unsere Kulturlandschaft eingebettet sind und mit ihren Werken und Beständen eine Menge Potenzial besitzen, das nur darauf wartet, von den Menschen entdeckt zu werden. Das betont auch Pia vom Dorp, Leiterin der zentralen Kunst- und Kulturvermittlung: „Bereits mit der Eröffnung strömten viele Gäste in die jeweiligen Museen. Letztes Jahr hatten wir insgesamt gut 2600 Besucher und ich bin mir sicher, dass es dieses Mal ebenfalls so viele werden.“

Und vielleicht geht der Wunsch der Organisatoren, dass auch nach dem Museumstag das Kunstinteresse anhält und man auch außerhalb eines Aktionstages den Gang in ein Museum wagt, in Erfüllung.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert